Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" will
Amazon noch vor Ostern mit seinem MP3-Musikportal in Deutschland durchstarten. Der hart umkämpfte Markt dürfte damit noch enger werden.
iTunes und Musicload im Visier
Amazon sieht sich damit zwar insbesondere den Branchenriesen iTunes von Apple und Telekom-Tochter Musicload gegenüber. Laut Financial Times Deutschland wird dem Internetkaufhaus von Branchenexperten allerdings ein starker Einstand zugetraut. So seien die Preise für Alben und einzelne Lieder in den Amazon-Musikportalen in Großbritannien und den USA oftmals niedriger als im bekannten iTunes Music Store von
Apple.
Immense Marktmacht als Wettbewerbsvorteil
Amazon besitzt durch seine Größe und Erfahrung als Musikgroßhändler eine gewaltige Marktmacht, der sich auch seine Konkurrenten nur schwer entziehen können. Beim Start des MP3-Portals in Großbritannien verkaufte das Webkaufhaus gleich zu Beginn bereits ein Viertel des Volumens von Apple's iTunes, heißt es laut "FTD" aus informierten Kreisen. Als einer der ersten Anbieter
verzichtete Amazon zudem auf Musikdateien mit DRM-Kopierschutz und zwang die Konkurrenz zu folgen. Das so genannte Digital Rights Management sollte die beliebige Vervielfältigung digitaler Inhalte unterbinden, stieß jedoch schnell wegen Kompatibilitätsproblemen auf massive Kritik. Viele Musikliebhaber beklagten, dass sich ihre Audiodateien nicht auf vorhandenen Geräten abspielen ließen.
Obwohl der
Anteil digitaler Musik am Gesamtumsatz der Branche bei lediglich sieben Prozent liegt, sollen legale Möglichkeiten zum Herunterladen die andauernde Flaute der Musikindustrie überwinden. Wie deren Branchenverband am Donnerstag in Berlin mitteilte, stiegen die Umsätze mit Musikdownloads in Deutschland 2008 um 34 Prozent.
Christian Wolf