Fast alle Länder mit Ausnahme von Japan haben weltweit mit zweistelligen Umsatzrückgängen zu kämpfen. In Deutschland gingen im vergangenen Jahr die Einnahmen aus dem Verkauf von Musikprodukten um 4,7 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zurück. Eine Rolle spielte dabei auch, dass es wieder
mehr illegale Downloads gab. In Zukunft sollen neue Erlösquellen den Umsatz stabilisieren.
CD-Verkauf bleibt Stütze
Der Markt in Deutschland entwickelt sich nach Angaben des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) besser als im Rest der Welt und dürfte 2008 mit einem geschätzten Weltmarktanteil von über acht Prozent den höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht haben. Wesentlicher Grund für diese Entwicklung seien die seit fünf Jahren nahezu stabilen CD-Verkäufe. So ging der Verkauf der umsatzstarken Alben im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 3,5 Millionen Stück
auf jetzt 145,1 Millionen Einheiten zurück.
"Die Strategie der deutschen Musikfirmen, trotz kontinuierlichen Ausbaus der digitalen Angebote das klassische CD-Geschäft nicht zu vernachlässigen, hat sich im internationalen Vergleich als richtig erwiesen", so Stefan Michalk, Geschäftsführer des BVMI. "Das physische Geschäft bleibt das Rückgrat der deutschen Musikindustrie." 81 Prozent des Umsatzes entfielen auf CD-Alben, acht Prozent auf Musikvideos, sieben Prozent auf digitale Angebote (Download und Mobile), zwei Prozent auf die CD-Single und je ein Prozent auf die analogen Formate LP und Musikkassetten.
Umsatzanteil neuer Quellen verdoppeln
Stärker rückläufig war das Geschäft mit Musikvideos und Klingeltönen. Dagegen
stiegen die Umsätze mit Musikdownloads 2008 erneut um 34 Prozent, wobei das Wachstum vor allem auf den starken Anstieg beim Verkauf von sogenannten Bundles zurückzuführen ist. Der weitgehende Verzicht auf Kopierschutz (DRM) sei ein weiterer Schritt, das digitale Angebot noch attraktiver zu machen.
Der Anteil neuer Erlösquellen am Umsatz der Musikindustrie soll sich in den kommenden fünf Jahren von derzeit fünf bis zehn Prozent auf 15 bis 20 Prozent mindestens verdoppeln. Das habe eine Umfrage unter den Major-Musikfirmen ergeben. Das größte Potenzial wird dabei Einnahmen aus Lizenzvergaben an
Internet-Plattformen wie YouTube oder MySpace eingeräumt. Auf den weiteren Plätzen folgen Kooperationen mit Hard- und Softwareherstellern, wie beispielsweise
Nokia oder Activision (Guitar Hero). Aber auch Erlöse aus Konzerten sowie Merchandising würden an Bedeutung gewinnen. "Labels werden immer mehr zu Music-Entertainment-Companies und machen sich so unabhängiger vom klassischen Musikverkauf", sagt Michalk.