Die kleinen, mobilen
Netbooks erfreuen sich in Europa weiterhin großer Beliebtheit. Alleine im vierten Quartal des vergangenen Jahres wurden
in der Region Europa, Afrika und Naher Osten 3,6 Millionen Mini-Notebooks verkauft. Mit ihrem geringen Gewicht, einem günstigen Preis von etwa 300 Euro und immer besseren Ausrüstung genügen sie den Ansprüchen vieler Verbraucher, die etwa nur unterwegs im
Internet surfen möchten regelmässig ihre E-Mails checken wollen.
Testkäufer in zehn Geschäften
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ging nun der Frage nach, wie gut die Netbook-Käufer von den Verkäufern über die Vor- und Nachteile der Mini-Rechner informiert werden. Die Verbraucherschützer machten dazu Stichproben in zehn Elektromärkten, Kaufhäusern und PC-Geschäften in Bonn und Köln. Die Testkunden äußerten gegenüber den Verkäufern Interesse an Bildbearbeitung mit den Netbooks und wollten damit auch gerne DVDs anschauen. Damit wollten die Verbraucherschutz-Experten herausfinden, ob die Verkäufer auf Schwachpunkte wie zu geringe Rechenleistung für eine professionelle Bildbearbeitung hinweisen. In der Regel besitzen Netbooks auch keinen DVD-Player. Zudem reicht die Leistung der portablen Zwerge meist nicht aus, um Windows
Vista optimal einsetzen zu können. Stattdessen kommen die genügsameren
Betriebssysteme Windows XP oder
Linux zum Einsatz.
Der Großteil der Verkäufer beriet nur schlecht
Das erstaunliche Ergebnis der Stichproben: lediglich zwei der zehn Verkäufer konnten überzeugen. Sie konnten nach Angaben der Verbraucherschützer die Kunden richtig beraten, rieten schließlich vom Kauf eines Netbooks ab und zeigten ihnen alternative Geräte auf. Bei drei anderen Elektromarkt-Verkäufern wurden die Kundenwünsche indes gar nicht berücksichtigt. Keiner der drei Verkäufer wies auf Probleme bei der Bildbearbeitung hin, zwei vergaßen zu erwähnen, dass das Netbook ohne DVD-Laufwerk daherkommt. Letztendlich rieten alle drei zum Kauf des Mini-Notebooks.
Zwei Kaufhaus-Mitarbeiter zeigten sich recht ahnungslos. Einer der Berater informierte den überraschten Testkäufer darüber, dass Netbooks angeblich keine Lautsprecher besitzen und daher keine Musik abspielen könnten. Zudem ging er davon aus, dass Vista auch auf Netbooks läuft, da Vista ja auf allen
Computern installiert sei. Aber auch drei Mitarbeiter in PC-Geschäften bekleckerten sich nicht mit Ruhm. Sie drängten die Testverbraucher massiv zum Kauf der Netbooks, owbohl sie vor Problemen mit einer Windows-Vista-Installation oder der Bildbearbeitung sowie dem fehlenden DVD-Laufwerk gewarnt hatten.
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