Die Zahlen sind alarmierend:
Fast jeder sechste 15-jährige Junge hängt täglich länger als 4,5 Stunden gebannt vor PC-Spielen, drei Prozent der männlichen Neuntklässler sind sogar von ihnen abhängig. Die Autoren der nach ihren Angaben bisher größten deutschen Jugendstudie zu Computerspielen forderten am Montag Konsequenzen aus den Ergebnissen. "Der Staat muss eine neue Alterseinstufung vornehmen", sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), Prof. Christian Pfeiffer. So müsse die Altersgrenze für das Spiel mit dem größten Suchtpotenzial, "
World of Warcraft", von derzeit zwölf auf 18 Jahre angehoben werden.
Prüfung der Altersgrenze
Unterstützer findet der Kriminologe dabei in der Politik. Die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) will juristisch prüfen lassen, ob eine Änderung der Alterseinstufung umgesetzt werden kann. Ein möglicher Stolperstein dabei: Bisher ist die Suchtgefahr kein Kriterium bei der Prüfung der Spiele durch die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK).
Kritiker: Es gibt ausreichend Kontrollmechanismen
Bei der USK stößt der Vorstoß aus Niedersachsen denn auch auf Kritik. "Man sieht Spielen nicht an, ob sie exzessives Spielverhalten fördern", sagte USK-Geschäftsführer Olaf Wolters der dpa. Seiner Auffassung nach gibt es ausreichend Kontrollmechanismen, die eine Anhebung der Altersgrenze unnötig machten. So könnten Eltern zum Beispiel mit sogenannten Spielzeitbegrenzern bereits jetzt ihren Kindern feste Spielzeiten vorgeben.