Der Amoklauf von Winnenden wurde möglicherweise im Internet angekündigt, angeblich soll selbst der Tod des 17-jährigen Täters, Tim K., auf einem Video im Netz zu sehen sein. Zugleich wird in Foren heiß über das Drama diskutiert. Die Bluttat vom Mittwoch hat erneut Debatten über
die Bedeutung des World Wide Web und die Arbeitsweise der Medien ausgelöst. Im Fokus dabei besonders: Der Microblogging- Dienst "Twitter".
Diskussion über Twitter
Tim K. kündigte seine Tat nach Polizeiangaben mit den Worten "Es reicht mir, ich habe dieses Lotterleben satt" in einem Internetforum an. Der Hinweis von Tim K. auf seine Tat im
Internet wurde nach eigenen Angaben "westline.de", der Nachrichtenseite der "Ruhr Nachrichten" und der "Westfälischen Nachrichten", anonym zugespielt. Sie veröffentlichten das Foto der Seite nur verpixelt.
Heftigeren Stoff lieferte die Seite des britischen Senders
Sky News. Sie stellte ein verwackeltes Video bereit, das den Schusswechsel zwischen dem Amokläufer und der Polizei in Wendlingen und den Tod des 17-Jährigen zeigen soll. Am Mittwoch hatten es am Tatort in Wendlingen bereits Gerüchte gegeben, dass ein solches Video existiere.
Daneben wird nun viel über Twitter (Englisch für "Zwitschern") diskutiert, wo sich Bürger und Augenzeugen, aber auch Journalisten während des Amoklaufs im Sekundentakt in kurzen Einträgen äußerten. Eine Verlagsangestellte in Winnenden hatte am Mittwochmorgen bei Twitter unter ihrem Pseudonym "tontaube" geschrieben: "Achtung: In der Realschule Winnenden gab es heute einen Amoklauf, Täter angeblich flüchtig - besser nicht in die Stadt kommen!".
Von Journalisten belästigt
Die Frau saß an ihrem Arbeitsplatz und erfuhr über eine Kollegin von der Tat. Nach diesem Eintrag erhielt sie etliche Anfragen von Journalisten und sah sich schließlich veranlasst zu twittern: "Liebe Presse. Ich weiß doch auch nichts von dem Verrückten."
Aber auch Journalisten und Online-Medien nutzten Twitter für Berichte über den Amoklauf.