An der Uni macht Eric eine Internet-Pause. Doch nach dem Mensa-Essen läuft der Rechner wieder.
Online-Radiosender bringen die "Foo Fighters" und "Rage Against The Machine" ins Zimmer. Nebenbei stimmt er mit Studienkollegen aus seinem Projekt-Seminar einen Termin fürs nächste Treffen ab, ein geschlossenes Forum ersetzt die Diskussion. Zwischendurch macht der Münsteraner den Rechner aber aus. "Ich kann effektiver arbeiten, wenn nicht immer wieder eine Mail reinkommt."
Unterhaltung? Online!
Viele Kanäle, viele Kontakte: "Die Generation Internet ist hochgradig vernetzt", sagt Urs Gasser. Treffen organisieren, gegen die neuen Geschäftsbedingungen von StudiVZ protestieren oder einfach Spaß haben - all das geschieht immer öfter online in Gruppen oder Foren. Unter den Jüngeren habe die E-Mail ihre Bedeutung als Kommunikationsmedium Nummer eins verloren, betont Gasser. Man unterhält sich über Online-Netzwerke oder Chats.
Eric ist in zwei sozialen Netzwerken aktiv. Im StudiVZ zeigt er seine lockere Seite: Auf dem Profilfoto lacht er, und vor einiger Zeit hat er eine Spaßgruppe gegründet: "Im Playboy stehen auch super Artikel". Auf der Plattform einer Studienstiftung ist die seriöse Seite des Stipendiaten zu sehen, ein schickes Bewerbungsfoto inklusive. "Manchmal trägt man einen Anzug, manchmal Jeans", sagt der Student. "Du bleibst trotzdem Du." Viel Privates gebe er aber in keinem Netzwerk preis, noch nicht einmal die Adresse.
Einmal online, immer online
Eine solche Einstellung ist aber wenig verbreitet. "Die Grenze zwischen Privatem und Öffentlichem wird verwischt", sagt Gasser. Gerade Jugendliche machten sich keine Gedanken, was es langfristig bedeutet, Hobbys, Fotos oder die Adresse ins Netz zu stellen. "Die Datenspuren geben ein beständiges Bild ab, selbst wenn ich den Wohnort wechsle."
Am Abend trifft sich Eric mit Freunden in der Kneipe. Das Internet ist dabei, ein modernes Smartphone macht's möglich. "Ich nutze das aber nur spärlich", sagt er. Ab und zu suche er einen Zug heraus oder sehe nach, ob eine wichtige Mail angekommen ist. Ansonsten zählt das direkte Gespräch. Die nächste Info-Infusion kann eine Nacht warten.