Die Bundesregierung hatte am Mittwoch entschieden, die freien, durch den Umstieg auf digitalen Rundfunk, nicht genutzten
Funkfrequenzen im Bereich von 790 Megahertz (MHz) bis 862 MHz für mobile Breitbanddienste zu öffnen. Dies soll den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten voranbringen. Doch erste Bedenken werden von Seiten der
Kabelnetzbetreiber laut.
Technische Prüfung erforderlich
Die im Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (Anga) organisierten Kabelnetzanbieter begrüßen zwar die flexible Vergabe der freien Frequenzen, fordern aber zuvor eine genaue Prüfung möglicher technischer Auswirkungen auf die Breitbandkabelnetze. Dies sei in den bisherigen Pilotprojekten nicht erfolgt. "Bei dem derzeit durchgeführten Versuch zur digitalen Dividende in Wittstock/Dosse und dem angekündigten Pilotprojekt in Baden-Württemberg sollen jeweils die Auswirkung auf DVB-T untersucht werden", so Anga-Präsident Thomas Braun. Viele der
Kabelanschlüsse seien heute bereits bis 862 MHz ausgebaut und nutzen für Übertragungen den gleichen Frequenzbereich wie die künftigen mobilen Breitbanddienste.
Test zeigte erhebliche Störungen beim TV- und Internetempfang
"Ein erster Test, den wir mit dem Institut für Rundfunktechnik (IRT) ebenfalls in Wittstock/Dosse in Brandenburg durchgeführt haben, ergab erhebliche Beeinträchtigungen des Empfangs von TV-Programmen und der Übertragung von Datensignalen über die Kabelnetze", so Braun weiter. Set-Top-Boxen und Fernsehgeräte würden massiv in ihrer Funktion gestört. Ein weiteres Gutachten aus Österreich komme zu ähnlichen Ergebnissen. Es müsse daher zusätzliche Untersuchungen geben, wie Störungen ausgeschlossen werden könnten. Braun sieht ansonsten die hohen Investitionen der Kabelnetzbetreiber in den Ausbau der Kabelnetze gefährdet, wenn die Geräte von Endkunden durch mobile Datendienste gestört würden.