Am dritten Tag der IT-Festspiele fällt die angenehme Bewegungsfreiheit beim Lauf durch die Gänge auf. Der Platz zwischen den einzelnen Ständen ist seit dem vergangenen Jahr deutlich gewachsen: Zwar schrumpfte aufgrund des Teilnehmerschwundes die gesamte Ausstellungsfläche im Vergleich zu 2008 um fast 20 Prozent auf 200.000 Quadratmeter, doch in den meisten Hallen klaffen dennoch große Lücken.
Selbstpräsentationen statt
Produktinnovationen
Die Besucher - in erster Linie das routinierte Fachpublikum - schlendern interessiert, aber keinesfalls euphorisch von Halle zu Halle: die Entdeckung des Neuen fällt schwer, die CeBIT scheint nun eher ein Platz der Selbstpräsentationen anstelle von Produktinnovationen zu sein, was selbst manche Aussteller hinter vorgehaltener Hand offen zugeben.
Green IT führt ein Schattendasein
Wieder einmal zeigte sich, dass das Trendthema Green IT als erhoffter Publikumsmagnet versagte: Sollte die Energieeffizienz kommender Hardware-Generationen durch Lösungen wie Solartechnologie gesteigert werden, so hätte dieses Vorhaben - zumindest in Hannover - schlechte Karten. Grüne Technologie führt auf der CeBIT ein Schattendasein. Zwar wurde das "grüne Dorf", das bereits im vergangenen Jahr als Aushängeschild für unternehmerisches Umweltbewusstsein herhalten musste, in eine eigene Halle verlegt (die kleinste des Messeareals), doch dabei das Wort "Boom" in den Mund zunehmen, fällt weiterhin schwer: Halle 8 ist ein willkommener Ort, an dem verirrte Messebesucher ihre müden Glieder strecken. Außer
Fujitsu Siemens und Nokia Siemens Networks scheinen nur wenige Unternehmen darauf Wert zu legen, den Nutzern die Bedeutung der Green IT vor Augen zu führen.
Abseits der Stände von Telekom und Co. herrscht gähnende Leere. Bild: onlinekosten.de
Was bleibt, ist der Blick nach vorne
Was bleibt, ist der Blick nach vorne. Sollten die Optimisten am Ende Recht behalten und sowohl die IT-Branche als auch der traditionell eher konjunkturunabhägige Telekommunikationssektor die Krise nutzen, um neuen Anlauf zu nehmen, könnte das kommende Jahr wieder den Elan der Aussteller und die Neugier der Besucher anregen. Dafür muss sich aber auch der Veranstalter etwas einfallen lassen. Es reicht schon in diesem Jahr nicht mehr aus, mittels der CeBIT lediglich eine (preisempfindliche) Plattform zu bieten: So, wie das Internet die Kommunikation zwischen den Menschen veränderte, so braucht auch ein HighTech-Treffen dieser Klasse neuen Anstrich und neue Regeln. Das zumindest zeigte das Jahr 2009.