Die Ansage der
Deutschen Telekom, künftig auch
für Wettbewerber das VDSL-Netz zu öffnen, hat zu allerlei Diskussionen auf der
CeBIT geführt. Als ein möglicher Kooperationspartner der Bonner wurde immer wieder
1&1 gehandelt – eine Annahme, die sich am Dienstagmorgen auch bestätigte.
Erste Gespräche laufen
"Es ist nur richtig, dass die Telekom ihr Netz für die Wettbewerber öffnet", sagte der 1&1-Vorstandsprecher Robert Hoffmann auf einer Pressekonferenz. Sein Unternehmen habe schon lange auf ein solches Angebot der Telekom gewartet. "Wir sind Feuer und Flamme dafür, endlich
VDSL verkaufen zu können. Bislang gibt es auf diesem Gebiet nämlich noch keine wirklichen Erfolgstories." 1&1 befände sich bereits mit dem Ex-Monopolisten in Gesprächen.
Wettbewerb: T-VDSL zu teuer
Den größten Kritikpunkt sehen die Wettbewerber noch bei der geplanten Preispolitik: Derzeit rechnet die Deutsche Telekom damit, den Wholesale-Kunden – je nach Nachfrage – VDSL als Vorleistung für "etwa 30" Euro zur Verfügung stellen zu können. "Aus unserer Sicht ist der Preis deutlich zu hoch", so Hoffmann. "Er entspricht nicht dem, was hinterher so ein Anschluss kosten muss." 1&1 fordere daher eine genauere Orientierung an den Endkundenpreisen, damit "ein ausreichender Preisabstand zur Margenerfüllung der Wholesaler" gegeben sei. Auch Friedrich Joussen, Chef des Providers
Vodafone, der sich ebenfalls im Gespräch mit der Telekom befindet, hatte den Preis zuvor kritisiert: Bei VDSL-Endkundenpreisen von 45 Euro bleibe den Wettbewerbern abzüglich der Mehrwertsteuer nur noch wenig übrig.
VDSL von 1&1 ab Ende Juni möglich
Sollte es zu einer raschen Einigung mit der Telekom kommen, rechnet Hoffmann damit, dass Kunden bereits ab Ende Juni
1und1 VDSL beziehen können. "Wir können dafür sorgen, dass das VDSL-Netz schneller ausgebaut wird", ist sich Hoffmann sicher. Als Breitbandanbieter ohne eigenes Netz zahle 1&1 schon heute rund 700 Millionen Euro pro Jahr an die Vorleistungsparter als eine Art "direkte und indirekte Investition".