Mit beharrlicher Regelmäßigkeit weisen IT-Verbände und -Analysten auf die Notwenigkeit einer
Reform des IP-Standards hin: Die bisher genutzten
IPv4-Adressen werden in absehbarer Zukunft ausgeschöpft sein. Im Rahmen des neuen Regierungsbeschlusses,
bis 2010 in Deutschland Breitband flächendeckend anbieten zu können, könnte sich die Situation weiter verschärfen, sofern nicht zügig auf den neuen Standard umgeschaltet wird, warnt der IPv6-Rat.
Umstieg als Bedingung
"Wenn nun mehr Menschen in Deutschland der Zugang zum schnellen Internet ermöglicht wird, sollte damit hierzulande auch gleich der Umstieg auf die neuen Datenverkehrsregeln des Standards IPv6 verbunden werden", empfiehlt der Vorsitzende des Gremiums, Prof. Christoph Meinel. Die Vergabe von Mitteln solle daran geknüpft werden, dass die Anbieter ihren Kunden einen IPv6-fähigen Anschluss bereitstellen. Die meisten
Computer und ihre
Betriebssysteme beherrschten den neuen Standard schon. Der Rat bemängelte, dass ein Großteil der
Provider sich nach wie vor gegen eine deutschlandweite Einführung sperre – obwohl die Technik "längst ausgewachsen und stabil" sei.
Mitte Mai will der Rat auf dem IPv6-Gipfel einen Aktionsplan für die Einführung der nächsten Internetgeneration in Deutschland vorstellen. Unter anderem sind Vertreter aus Politik, Wirtschaft und internationalen Organisationen zu dem Treffen eingeladen. Zu diesem Termin soll es auch eine Auswertung des
Ideenwettbewerbs geben, zu dem der Rat im Januar aufgerufen hatte: Noch bis zum 10. April können hierzu Entwickler innovative Ideen einreichen, die auf IPv6 aufsetzen.