Montag, 23.02.2009 13:03

Vermeintliches Jobwunder: Breitband auf dem Land

aus dem Bereich Breitband
Im Zuge des zweiten Konjunkturpakets sollen Milliarden Euro für den Infrastrukturausbau in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Die Investitionen betreffen dabei auch die Ausweitung und Ausbesserung des Breitbandnetzes - doch ob mehr Megabit auch mehr Jobs bedeuten, ist umstritten.

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Schwer messbarer Erfolg

Bei einem Expertentreffen der Business Schools von Columbia and Georgetown am Ende der vergangenen Woche kamen in New York große Zweifel auf, ob ein flächendeckender Breitbandausbau automatisch zu positiven Effekten auf dem Arbeitsmarkt führt. Das berichtet die "New York Times" in ihrer Online-Ausgabe. Derzeit plant die neue US-Regierung ein ähnliches Programm wie Deutschland, um das schnelle Internet auch in ländlichen Gebieten verfügbar zu machen. "Jeder spricht davon, dass auf diese Weise Jobs entstehen", wird Scott Wallsten vom Technology Policy Institute zitiert. "Es gibt aber keinen Weg, einen Erfolg tatsächlich zu messen."

Mehr Technik – weniger Jobs?

Durch den Ausbau würden bei Kabellegern und Betreibern zwar unmittelbar neue Stellen geschaffen (eine aktuelle Studie geht von 128.000 Jobs in den USA aus), eine klare Vorhersage für einen entstehenden Job-Boom sei dennoch schwer zu treffen. Raul Katz, Professor an der Columbia Business School, rechnet damit, dass beispielsweise der E-Commerce in manchen Gebieten angekurbelt werden könnte. Gleichzeitig sei es aber fragwürdig, dass Menschen, die zuvor keine oder wenig Erfahrung mit dem Internet gemacht haben, von ihren breitbandigen Anschlüssen so profitieren könnten, wie die erfahrenen "Early Adopters". Zudem führe die neue Technologie dazu, dass Arbeit durch die Hilfe immer weniger Menschen erledigt werden könne – was nach Berechnungen alleine in Amerika 266.000 Jobs kosten würde. Unternehmen, die zuvor vom Internet abgeschnitten operierten, könnten darüber hinaus damit beginnen, den lokalen Arbeitsmarkt zugunsten eines fernen Outsourcings zu ignorieren.

Auch ein Mitarbeiter des Branchendienstes "DSL Prime" äußerte sich eher kritisch: Derzeit sei das Breitband-Internet im ländlichen Bereich auf dem Vormarsch. Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich die Wirtschaftsstruktur erkennbar verändern würde, nur weil durch das Programm ein paar Millionen zusätzlicher Haushalte an das Netz angeschlossen werden.
André Vatter
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    Zuletzt kommentiert von Nenunikat am 24.02.2009 um 23:33 Uhr
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