Damit kann der US-Computerkonzern Apple sich endgültig ins Stammbuch schreiben, die Mobilfunk-Industrie revolutioniert zu haben: Nicht nur
die Software-Plattformen erinnern stark an den "App Store" des Mac-Herstellers, auch viele neue Touchscreen-Handys wirken wie Verwandte seines iPhone-Handys.
Internetdienste erobern Handys
Trotz Apples Vorreiterrolle wird der spät aufgewachte Handy-Branchenprimus Nokia als ein Favorit gehandelt, der mit hohen Marktanteilen immerhin einen Großteil der potenziellen Kunden erreicht. So will der Anbieter von
Internet-Telefonie Skype in Zukunft mit den Finnen zusammenarbeiten. Und Marktforscher sagen eine große Zukunft voraus: Bis 2014 werden 50 Prozent aller Mobilfunk-Kunden regelmäßig
Instant Messaging auf ihrem Handy nutzen, prognostizieren die Forscher von Gartner. Auch für soziale Netzwerke wie MySpace und Facebook werden große Erfolgschancen auf dem Handy versprochen. Im Jahr 2012 sollen 600 Millionen Menschen die Online-Netzwerke von ihren Mobiltelefonen aus ansteuern - im Vergleich zu nur 14 Millionen vor zwei Jahren.
Anwendungen für
mobiles Internet schießen mit den neuen Plattformen wie Pilze aus dem Boden. Damit entsteht in der Mobilfunk-Branche eine weitere Kraft: Die Software-Entwickler. Der aktuelle Wettbewerb der verschiedenen Plattformen könnte dabei mit der Zeit an Bedeutung verlieren: "Das Internet wird die Plattform sein", prognostizierte in Barcelona Google-Vizepräsident Vic Gundotra.
Mobilfunk-Provider sind gefordert
Für die bisherigen Platzhirsche sind die bunten Anwendungen auf jeden Fall eine Herausforderung. Denn die Betreiber können bislang allenfalls einen Teil der durch die schöne neue Handy-Welt generierten Umsätze abgreifen, eigene Plattformen sind - bislang zumindest - nicht geplant. Nach Meinung von Experten müssen die Mobilfunk-Anbieter aufpassen, dass sie nicht zur bloßen Datenröhre für Apple, Nokia, Google und Co. werden.