Etwas Großes ist im Gange in der
Mobilfunk-Branche. Es dürfte noch einige Jahre dauern, bis der Wandel im Alltag der Menschen ankommen ist, doch die Konturen der Zukunft zeichneten sich auf dem Mobile World Congress in Barcelona bereits ab. Allgegenwärtige ultra-schnelle drahtlose Datennetze,
Handys als Multifunktions-Zentralen für alles, unzählige Geräte, die über Funk miteinander kommunizieren, neue Dienstleistungen und Angebote.
Neue Geschäftsmodelle
Für die Mobilfunk-Branche ist dagegen bereits jetzt klar, dass die neuen unsichtbaren Daten-Pipelines ihre bisherigen Geschäftsmodelle komplett umschmeißen. "Die Frage ist, wer womit in Zukunft Geld verdienen wird", brachte es in Barcelona der Chef des australischen Mobilfunk-Anbieters Telstra, Sol Trujillo, auf den Punkt.
Denn die
Netzbetreiber müssen aufpassen, dass ihnen angesichts des explodierenden Datenverkehrs die Kosten nicht über den Kopf wachsen. "Die Kosten für die Unterstützung mobiler Breitbanddienste steigen mindestens genauso schnell wie die Umsätze", warnt der Kommunikationsexperte der Strategieberatung Accenture, Jin Lee. T-Mobile-Chef Hamid Akhavan räumte in Barcelona ein: "Wir werden uns über die Kostenstrukturen sicher Gedanken machen müssen."
LTE wird neuer Standard
Die Hoffnung für die Branche ist
der neue Übertragungsstandard LTE (Long Term Evolution), der auf dem heutigen
UMTS aufsetzt und Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 100 Megabit pro Sekunde ermöglichen soll - wesentlich mehr als die schnellsten
DSL-Leitungen heute bieten. Vor allem aber: LTE soll die künftigen riesigen Datenmengen auch besser als heutige Netze umschlagen. Erste Netze sollen im kommenden Jahr starten, bis 2013 soll sich die neue Netzgeneration ausgebreitet haben.
Auch die Vision der Branche für das Handy der Zukunft ist in diesem Jahr ausgereift: Ein Mini-Computer, der mit verschiedensten Programmen und Diensten bestückt werden kann. Unter anderem die beiden Schwergewichte
Nokia und
Microsoft sprangen in Barcelona auf den Zug auf und kündigten eigene Software-Marktplätze an.