Die Medienforscher von TNS Emnid haben in einer Studie das Internet- und TV-Nutzungsverhalten in Deutschland untersucht. Das Ergebnis zeigt, wer viel im
Internet surft, sieht auch entsprechend viel fern.
Nur Offliner schauen mehr TV
Laut Umfrage verbringen sogenannte Heavy-Onliner, die täglich über zwei Stunden im Internet surfen, auch viel Zeit vor dem Fernseher. Ein Drittel der Viel-Surfer schaue täglich über dreieinhalb Stunden fern. Insgesamt hätten sie also über fünf Stunden täglich Bildschirmkontakt. Mehr Zeit vor dem Fernseher verbrächten nur die Nichtnutzer des Internets, die Offliner. Das sind 30 Prozent, die über keinen Zugang zum Internet verfügen und täglich über 211 Minuten vor dem TV-Gerät verbringen sollen. Die Befragten, deren Internetnutzung im Mittelfeld liegt, wiesen auch eine entsprechende TV-Nutzung im mittleren Bereich auf: Etwa ein Drittel derjenigen, die täglich zwischen 40 und 60 Minuten surfen, sähen täglich zwischen 90 und 150 Minuten fern.
Die TV-Nutzung nimmt also nicht mit steigender Internet-Nutzung ab: Steigt die Internetnutzung, steigt scheinbar auch der TV-Konsum. Dieser Trend zeige sich durchgängig durch alle Altersschichten. Das Internet kann das Fernsehen somit nicht verdrängen oder ersetzen, denn die Onliner in Deutschland nutzen das World Wide Web als zusätzliches Medium und machen dabei keine Abstriche bei ihrer Fernsehzeit.
Internet bündelt Angebot klassischer Medien
Je länger die Gruppe der Onliner im Internet surft, umso häufiger nutzt sie die Angebote, die bislang eher von klassischen Medien angeboten wurden. 46 Prozent der Viel-Surfer rufen News ab, 45 Prozent sehen sich Videoclips an, 31 Prozent laden Musik herunter und 17 Prozent hören inzwischen auch
Web-Radio. Betrachtet man die Nutzung von Web-Videos genauer, belegt die Studie, dass rund 30 Prozent dieses Angebot unabhängig vom TV-Konsum in Anspruch nehmen. Nur diejenigen, die über dreieinhalb Stunden pro Tag fernsehen, schauen weniger TV-Angebote im Internet (17 Prozent).
Die repräsentative Studie mit dem Titel "Digitalbarometer" fand in Kooperation mit dem Vermarkter IP Deutschland und der Fachzeitschrift W&V (Werben & Verkaufen) statt. TNS Emnid befragte telefonisch insgesamt 1.000 Bundesbürger im Alter von 14 bis 49 Jahren.