Dienstag, 17.02.2009 17:46

Facebook: AGB-Änderung sorgt für Empörung

aus dem Bereich Sonstiges
Das soziale Online-Netzwerk Facebook hat fast unbemerkt seine Geschäftsbedingungen geändert und damit bei Nutzern und Datenschützern für Empörung gesorgt. Facebook verfügte schon vorher über das "unwiderrufliche" Nutzungsrecht an allen veröffentlichten Daten, Fotos und Videos.

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Facebook unterliegt US-Recht

Das gilt seit vergangener Woche aber auch für den Fall, dass der Nutzer seinen Account löscht. "Ich halte diesen Dienst so für nicht weiter nutzbar, weil nicht überschaubar ist, wie Daten weiterverwendet werden", warnte Maren Raguse vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Kiel.

Jeder Nutzer solle überprüfen, ob er auf einen deutschen Dienst ausweicht, der auch dem deutschen Recht unterliegt, rät die Expertin. Weil Facebook seinen Unternehmenssitz in Kalifornien hat und nur eine deutsche Domäne betreibt, gilt US-Recht. Deshalb seien die geänderten Nutzungsbedingungen auch für hiesige Nutzer gültig. In Deutschland hat Facebook etwa zwei Millionen Mitglieder. Tausende davon formieren sich derzeit in internen Gruppen und rufen zum kollektiven Löschen der Profile auf.

Facebook-Gründer versucht zu beschwichtigen

Der Gründer und Chef der Plattform, Mark Zuckerberg, versuchte am Montagabend in seinem Blog zu schlichten: "Wir werden Daten in keiner Form weitergeben, die ihr nicht wollt." Die Änderung sei nötig, damit Facebook Informationen eines Nutzers - der zum Beispiel eine Nachricht auf einer Pinnwand hinterlassen hat - auch anzeigen könne, wenn dieser sein Profil anschließend gelöscht habe. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme, mit dem Zusatz solle den Nutzern nur der Umgang mit ihren Daten veranschaulicht werden.

In sozialen Online-Netzwerken können Nutzer ihr eigenes Profil veröffentlichen, mit anderen Mitgliedern in Kontakt treten sowie Fotos, Videos und Informationen austauschen. Facebook ist nach dem US-Rivalen MySpace der weltweit zweitgrößte Anbieter mit rund 175 Millionen Mitgliedern.
Jörg Schamberg / dpa
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