Als Apple-Chef Steve Jobs vor zwei Jahren ankündigte, sein Unternehmen habe mit dem
iPhone das Mobiltelefon neu erfunden, klang das nach einer vollmundigen Werbefloskel. Die Mobilfunk-Messe
Mobile World Congress in Barcelona, bei der Apple nicht dabei ist, offenbart aber erstaunliches: Eine ganze Branche versucht jetzt, das Modell des Herausforderers zu kopieren.
Konkurrenten ziehen nach
Jüngstes Zeichen: Der Handy-Weltmarktführer
Nokia kündigte am Montag eine neue Plattform für Multimedia-Inhalte und Programme mit dem Namen "Ovi Store" an, die selbst optisch sehr an den "App Store" in Apples iTunes-Portal erinnert. Auch der kleinere Konkurrent
Sony Ericsson stellte ein ähnliches Angebot in Barcelona vor.
Der Weg der Mobilfunk-Branche in die Zukunft scheint damit klar: Statt eines getrennten Angebots von Geräten und Diensten wird es in Zukunft mehrere miteinander konkurrierende Plattformen geben, auf denen der Kunde ein Komplettangebot bekommt.
Apples Strategie bestätigt
Für Apple bedeutet der späte Einstieg von
Nokia in die Welt der Handy-Software-Marktplätze nicht nur ein Bestätigung, dass man den richtigen Weg eingeschlagen hat, sondern auch einen neuen mächtigen Wettbewerber. Rund eine Milliarde Menschen nutzen derzeit weltweit Nokia-Handys, wie Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo nicht vergaß zu betonen. Beim Start des Ovi Store sollen auf einen Schlag 50 Millionen Kunden auf ihn zugreifen können.
Die Basis von Apple ist - zumindest noch - deutlich kleiner. Im vergangenen Jahr wurden rund 13,67 Millionen iPhones abgesetzt. Der Anteil am gesamten Handymarkt liegt damit lediglich bei 1,12 Prozent - und 8,5 Prozent bei den Smartphones. Die Anwender eines iPhone nutzen jedoch das mobile Internet bislang deutlich intensiver als die Besitzer anderer Smartphones.