Schlechter als erwartet geht es immer. Dies beweist aktuell der Münchener Pay-TV Sender
Premiere. Das krisengeschüttelte Bezahl-Fernsehen musste im letzten Jahr nicht nur einen
Personalwechsel an der Spitze verkraften, sondern tauschte auch aufwendig das
lückenhafte Verschlüsselungssystem aus. Zuletzt hatte Großaktionär Rupert Murdoch, der nun mit rund 29 Prozent an Premiere beteiligt ist, den Weg für eine
Sanierung von Premiere mit Hilfe von zwei Kapitalerhöhungen freigemacht.
Gestiegene Programmkosten
Die Erwartungen der Analysten hat Premiere mit dem nun vorgelegten Jahresabschluss 2008 und den Ergebnissen des vierten Quartals des vergangenen Jahres enttäuscht. Zwar ist der Umsatz - bereinigt um den aufgegebenen Bereich des Onlinehändlers Home of Hardware - im Geschäftsjahr 2008 geringfügig von 937,2 Millionen auf 941,1 Millionen Euro angestiegen. Doch bereits das EBITDA, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, präsentierte sich mit minus 57 Millionen Euro in tiefstem Rot. Die Kosten stiegen erheblich von 853,6 Millionen im Jahr 2007 auf 998,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Größter Kostenfaktor stellt das Programm dar und hier insbesondere die teure Bundesliga. Nach einer langen Zitterpartie
erhielt Premiere den Zuschlag für die Bundesliga-Rechte für die nächsten vier Spielzeiten.
Rekordverlust von 269,4 Millionen Euro
Aber auch für die Programmverbreitung musste mehr Geld aufgewendet werden. Eine
Lücke im Verschlüsselungssystem konnte erst am 10. November 2008 geschlossen werden. Bis dahin hatten Schwarzseher relativ leichtes Spiel, um das Programm des Pay-TV-Senders auch ohne Abonnement sehen zu können. Premiere sieht darin einen der Hauptgründe für das negative Netto-Ergebnis. Der Verlust erreichte im vergangenen Jahr die Rekordhöhe von 269,4 Millionen Euro, im Jahr davor lag er noch bei 51,6 Millionen Euro. Damit verfünffachte sich der Verlust innerhalb eines Jahres.