Doch neben dem Ausspionieren von Finanzdaten ist auch das Fluten elektronischer Postfächer mit unerwünschten Mails für Kriminelle lohnend. Zum Valentinstag locken sie in diesem Jahr vor allem mit verführerischen Geschenktipps. Symantec warnt vor Mails, die im Betreff "Angebote zur Steigerung der Manneskraft" machen oder zum Kauf gefälschter Luxusuhren animieren. "Wenn jemand vorgeblich das perfekte Geschenk für mich hat oder es auf die Gefühlstour versucht - ist es wahrscheinlich Spam", erklärt Symantec-Experte Candid Wüest.
Spam-Flut im Postfach
Spam-Mails werden in Massen verschickt - vorzugsweise per Bot-Netz. In diesem Netz werden von einem Schädling "gekaperte"
Computer ohne Wissen des Besitzers für illegale Zwecke "fremdgenutzt" - zum Versenden unerwünschter Werbe-Mails beispielsweise. Wüest berichtet von einer Untersuchung der Universität Berkeley (USA), wonach "bei 12,5 Millionen Spam-Mails etwa ein User anbeißt". Zudem wurde ein rund 500.000 Computer starkes Netz entdeckt, dass pro Minute 26 Millionen Mails verschickte. Ein inzwischen verurteilter Spammer verdiente in zwei Jahren umgerechnet mehr als drei Millionen Euro.
Nach Informationen von Panda Security waren im zweiten Quartal 2008
bis zu 94 Prozent aller eingehenden Nachrichten Spam-Mails. Die meisten wurden in den USA produziert. Dort habe der Valentinstag auch "eine größere Bedeutung", sagte Antje Weber von Symantec. Der Großteil der schädlichen Valentinsgrüße werde vermutlich im englischsprachigen Raum zu finden sein. Dennoch sollte jeder Internet-Nutzer nicht die "Haustür offen stehen lassen" und seinen
Computer schützen.
Jörg Schamberg
/ dpa