Liebe liegt in der Luft: Am Valentinstag rollt der Rubel nicht nur in die Kassen der Blumenhändler. Auch eine andere "Branche" reibt sich die Hände: Cyberkriminelle stürmen Jahr für Jahr am 14. Februar unzählige E-Mail-Postfächer. Dabei führen sie nichts Gutes im Schilde, denn ihre vermeintlichen Liebesbotschaften und Geschenktipps lassen sie sich unerkannt teuer bezahlen. Allein Kreditkartendaten im Wert von umgerechnet rund vier Milliarden Euro wurden innerhalb eines Jahres im
Internet von Kriminellen zum Kauf angeboten, wissen die Sicherheitsexperten von Symantec zu berichten.
Mails mit Würmern und Trojanern
Mit Hilfe von Schad-Programmen beschaffen sich die Cyberkriminellen über das Internet die wertvollen Informationen: Schon Ende Januar bereitete eine erste Welle bösartiger E-Mails zum Valentinstag Internetnutzern Kopfschmerzen: "Waledac" - ein Wurm, versteckt hinter einem Dutzend Herzchen und Rosen, lässt dem Mail-Empfänger die Wahl nur zum Anschein. Mit der Aufforderung "Rate, welches für Dich ist", endet der Maus-Klick in einem Download-Prozess, der Kriminellen Tür und Tor öffnet, wie die Experten von Panda Security, einem Entwickler von Antiviren-Programmen, herausfanden.
Gut getarnt und zunächst unerkannt kriechen die Würmer durch die Computerdaten, suchen nach den intimsten Geheimnissen des Nutzers und verraten sie zuverlässig an Dritte. Sie spionieren Passwörter, beispielsweise vom Online-Banking, oder Kreditkartennummern aus. Die Daten lassen sich wiederum gut verkaufen: Je nach Kontodeckung und Standort der Bank werden Zugangsdaten auf kriminellen Handels- Plattformen zu Stückpreisen zwischen zehn und tausend US-Dollar, umgerechnet etwa 7,70 bis 770 Euro, gehandelt. Beinahe jede Plattform ist nach spätestens sechs Monaten von der Bildfläche verschwunden.