Die Wirtschaftsflaute wird nach Meinung von Experten den Druck zu Kooperationen und Zusammenschlüssen in der Telekom-Branche erhöhen. "Die scharfe Rezession wird eine Katalysatorfunktion für die notwendige Marktkonsolidierung und Strukturanpassung der Telekommunikationsindustrie übernehmen", sagte Telekommunikationsexperte Roman Friedrich von Booz & Company am Mittwoch in Düsseldorf bei der Vorstellung einer Studie zur Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona (16. bis 19. Februar).
Kosten müssen reduziert werden
"Am Ende der Rezession wird die Telekommunikationsindustrie sich komplett verändert haben", sagt Friedrich. Die starken und finanziell solide aufgestellte Anbieter können - nicht zuletzt durch Akquisitionen - Marktanteile in einem weitgehend gesättigten Markt hinzugewinnen.
Zwar erwiesen sich die Festnetz- und
Mobilfunkanbieter als vergleichsweise krisenresistent, so die Experten. Angesichts des immer schärferen Preiswettbewerbs und weiter sinkender Umsätze müssten die Unternehmen ihre Kosten aber in den Griff bekommen, um in neue Mobilfunk- und Festnetztechnologien wie den
UMTS-Nachfolger
LTE oder Glasfaser zu investieren. Im Mobilfunk und Festnetzgeschäft rechnen die Experten in Deutschland mit Umsatzrückgängen von durchschnittlich 1,1 Prozent bis 2012.
Mehr Volumen, weniger Umsatz
Trotz eines steigenden Volumens werden die Umsätze für klassische Sprach- und Datendienste von 44,3 Milliarden Euro in 2008 auf 42,4 Milliarden Euro in 2012 sinken. Den Unternehmen bleibe daher nichts anderes übrig als an der Kostenschraube zu drehen, argumentieren die Experten. Sie erwarten, dass eine Mobilfunk-Gesprächsminute 2012 nur noch etwas über 9 Cent kosten wird. Aktuell liege der Preis bei 13 Cent. Auch bei der mobilen Datenübertragung rechnen sie mit einem Preisverfall von 30 Prozent beim gleichzeitigen Anstieg des Volumens.