Anlässlich des
Safer Internet Day 2009 präsentiert der
Webhosting- und
DSL-Provider 1&1 eine langfristig angelegte Initiative gegen sogenannte Bot-Netze. Dabei werden betroffene Computer identifiziert und deren Besitzer informiert.
Zusammenarbeit mit Behörden
Bot-Netze bestehen aus einer Vielzahl von Rechnern, die mit einem
Virus oder Trojaner infiziert und dadurch ohne Wissen des Besitzers zum Teil eines weltweiten Netzwerks gemacht wurden. Sie dienen meist zum Versand von Spam-Nachrichten, Angriffen auf Rechnersysteme mit DoS-Attacken oder der Verbreitung weiterer Schadsoftware. Nach Einschätzungen des Bundeskriminalamts (BKA) werden täglich eine halbe Million Computer von entsprechenden Angriffen bedroht.
"Unsere Sicherheitsexperten beschäftigen sich täglich mit zahlreichen Bedrohungen aus dem
Internet, etwa der Bekämpfung von Spam-Mails, die mittlerweile leider schon rund 80 Prozent aller E-Mail-Nachrichten ausmachen", erklärt 1&1 Vorstandssprecher Robert Hoffmann. "Die größere Gefahr stellt aber der Versand von Trojaner-Mails und damit verbunden der Aufbau von Bot-Netzen dar. Als großer Anbieter von Internet-Zugängen und E-Mail-Postfächern sehen wir uns in der Pflicht und wollen helfen, das Internet sicherer zu machen."
Anhand eigener Beobachtungen beim Provider, Informationen von Behörden sowie Hinweisen Dritter können Computer ermittelt werden, die mit einem schadhaften Programm infiziert sind. Die betroffenen Internet-Nutzer sollen dann über die Bedrohung informiert und ihnen Hinweise zur Beseitigung der Schadsoftware gegeben werden.
Erster Testlauf positiv
Bereits vor einigen Monaten hat die für die Bekämpfung von Internet-Missbrauch zuständige Abuse-Abteilung von
1&1, bestehend aus drei Teams mit mehr als 40 Mitarbeitern, begonnen, gezielt verschiedene Quellen nach Hinweisen auf infizierte Computer auszuwerten. Dazu nutzt der Provider eigene so genannte "Honeypot"-Systeme, die gezielt versuchen, entsprechend verseuchte PCs anzulocken und zu identifizieren. Daneben erhält der Provider jeden Monat mehrere Tausend Hinweise von Behörden wie dem BKA, Landeskriminalämtern oder dem Referat CERT-Bund im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Diese Informationen werden geprüft und betroffene Kunden anschließend mit einem entsprechenden Hinweis angeschrieben.
"Wir haben in einem ersten Testlauf gezielt einzelne Kunden zunächst per E-Mail informiert und waren von der Resonanz positiv überrascht", erläutert Robert Hoffmann. "Mehr als 90 Prozent der betroffenen Nutzer haben die Bedrohung in Folge abgestellt. Mit den übrigen Anwendern werden wir uns noch einmal gesondert in Verbindung setzen."
Um den Internet-Missbrauch besser zu bekämpfen, arbeitet 1und1 sowohl in Deutschland als auch international verstärkt mit anderen Providern zusammen. Gemeinsame Initiativen sollen in Zukunft für einen noch besseren
Schutz der Internet-Nutzer sorgen.