Wer suchet, der findet - oder auch nicht. Das gilt für den Sinn des Lebens ebenso wie für Begriffe in
Internet-Suchmaschinen wie
Google oder Yahoo. Aber was führt den Suchenden schnell zum Ziel? Zunächst einmal ein schlagkräftiger Suchbegriff.
Auf den Spuren der Sucher
Darüber hinaus bestimmen jedoch non-verbale Faktoren den Erfolg, die wir beim Suchen kaum wahrnehmen. Google hat darum ein Team auf die Fährte des Durchschnitt-Suchers angesetzt um herauszufinden, "wie wir ticken, wenn wir suchen". Die Erkenntnisse wurden im offiziellen
Google Blog veröffentlicht.
Wie findet das Forschungsteam nun heraus, wie ein Nutzer eine Seite mit Suchergebnissen wahrnimmt? Das Zauberwort heißt "Eyetracking". Und das funktioniert so: Testnutzer geben einen Suchthema ein, zum Beispiel "Wie binde ich eine Krawatte". Während der Nutzer nun die Ergebnisse auswertet, folgt eine Kamera seinen Blickbewegungen und dokumentiert seine unbewusste Wahrnehmung.
Wir scannen mit Schema "F"
Die meisten Nutzer nehmen zuerst wahr, was oben links erscheint. Nach unten und rechts lässt die Wahrnehmung schnell nach. Die Blickspur ergibt ein Bild, das an ein verdrehtes "F" erinnert ("F"-Schema).
Kleine Bilder (Thumbnails) ziehen zwar das Auge an, jedoch nicht in dem Maße wie bei Zeitungsartikeln und Werbespots. Als Störfaktor werden sie jedoch auch nicht wahrgenommen. "Thumbnails sind zwar keine echten Hingucker, helfen dem Nutzer aber, treffende von abwegigen Suchergebnissen zu unterscheiden.", so das Fazit des Forscherteams.
Damit ist erneut bestätigt: Wer über Suchmaschinen Nutzer auf seine Webseiten locken will, sollte durch suchfreundliches Design und möglichst viele Links auf sein Produkt dafür sorgen, dass die Seite unter den oberen Einträgen in der Suchmaschine erscheint.
Wir sehen nach Schema F.
Foto: GoogleAber vielleicht sind derlei Erkenntnisse ohnehin bald überholt. Der Websucher von morgen hat dann seine Helferlein, die ihm das Stöbern im Cyber-Space erleichtern und mühseliges Feilen am Suchbegriff abnehmen: Denn wenn die Web-Vision der
Expertengruppe "Feldafinger Kreis" eintritt, wird die Suchmaschine von morgen dank semantischer Technologie Suchbegriffe "verstehen" und Kriterien präzise recherchieren können, während der Nutzer sich bequem zurücklehnt
Doch bis dahin saust noch manche Suchanfrage durchs Netz, während die Suchenden über treffsicheren Stichworten grübeln. Und die Webdesigner buhlen weiter um den "Platz an der Sonne" bei Google und Co. nach Schema "F".