Dienstag, 10.02.2009 08:07

Mobilfunk 2009: Boom durch mobiles Internet

aus dem Bereich Mobilfunk
Allen Unkenrufen zum Trotz: Nach Ansicht des Branchenverbandes Bitkom wächst der weltweite Markt für Mobilfunkdienste im Jahr 2009 um 6,6 Prozent auf 578 Milliarden Euro. Für den Lichtschimmer im Finanzkrisenhimmel sorgen die mobilen Datendienste. Sie legen um 16 Prozent auf 124 Milliarden Euro zu, so das Marktforschungsinstituts EITO. Der weltweite Umsatz mit Handy-Gesprächen steigt insgesamt um 4,2 Prozent auf 454 Milliarden Euro.

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Europa peilt 144,5 Millionen an

Ein Trend, der auch Deutschland im Mobilfunktal Trost spendet: Bereits im September orakelte der Branchenverband unter Berufung auf eine Goldmedia-Studie, im Jahre 2012 würden rund 60 Prozent aller Handys UMTS-fähig sein. Der Umsatz mit mobilen Datendiensten ohne SMS und MMS werde sich von 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2007 auf 5,7 Milliarden Euro im Jahr 2012 mehr als verdreifachen

In Europa wächst der Mobilfunkmarkt im laufenden Jahr voraussichtlich um 2,4 Prozent und erreicht ein Volumen von 144,5 Milliarden Euro. Neuen Schwung liefert auch hier der mobile Datenverkehr: Er macht fast ein Viertel des Mobilfunkumsatzes aus. Größter Einzelmarkt in Europa ist Großbritannien. Die Umsätze steigen dort im laufenden Jahr voraussichtlich um 3,8 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro. Mobile Datendienste legen um 9,8 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zu und Mobilfunkgespräche um 1,7 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Platz zwei belegt Deutschland, gefolgt von Frankreich mit einem Wachstum von 2,8 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro im Jahr 2009.

Netbooks kurbeln Umsatz an

Der deutsche Mobilfunkmarkt hinkt etwas hinterher. Der Gesamtumsatz im Jahr 2009 wächst um 0,3 Prozent auf 22,3 Milliarden Euro. Internetanwendungen für Handys und Notebooks hingegen boomen: Der Umsatz mit mobilen Datendiensten legt in diesem Jahr voraussichtlich um acht Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu.

Nicht nur Handys werden für den mobilen Datenaustausch und mobiles Internet genutzt. Auch die beliebten Mini-Notebooks haben sich ihren Platz im Markt erobert und drehen an der Umsatzschraube für mobile Datendienste: Sie verfügen über integrierten Mobilfunkzugang oder nutzen einen USB-Stick für das drahtlose Internet.

Ohne diesen Trend sähe es schlecht aus für die hiesige Mobilfunkbranche. Denn obwohl immer mehr Menschen immer länger mit dem Handy telefonieren, fallen die Umsätze mit Mobilfunkgesprächen voraussichtlich um zwei Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Der Grund: Die Talfahrt der Preise für Mobilfunkgespräche.
Dorothee Monreal
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