Im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre bei der
Telekom hat die Bonner Staatsanwaltschaft kürzlich Geschäftsräume der Kölner
Privatdetektei Argen durchsucht. Justizkreise in Nordrhein-Westfalen bestätigten am Samstag entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel wollte zu dem Fall nur sagen: "Die Firma Argen hat mit der Telekom häufig zusammengearbeitet, und wir hatten einige Fragen zu klären." Details könne er nicht preisgeben.
Detektei-Chef dementiert
Nach dem "Spiegel"-Bericht war Argen von der Telekom seit Jahren "für diverse Aufklärungen in der Grauzone eingesetzt worden". So sei Argen mit seinem Geschäftsführer David Cowling etwa zur Aufklärung von Mauscheleien bei ausländischen Tochterfirmen oder vermeintlicher Firmenspionage sowie zur Überprüfung neuer Geschäftspartner eingesetzt worden. Cowling bestritt jedoch im "Spiegel", in der Telekom-Bespitzelungsaffäre tätig geworden zu sein.
Die Staatsanwaltschaft Bonn untersucht seit dem Frühjahr 2008 den Schnüffelskandal. Nach Angaben der Ermittler hat das Unternehmen die Telefonverbindungsdaten von eigenen Aufsichtsräten, Betriebsräten und Journalisten, aber auch Dritten wie ver.di-Chef Frank Bsirske ausgespäht. Insgesamt ist von mindestens 55 Personen die Rede. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Dutzend Beschuldigte, darunter Ricke und Zumwinkel.
Hayo Lücke
/ dpa