Der Webshop des Hamburger Kaffeeröster Tchibo verzeichnet pro Monat mehr als fünf Millionen Besucher und wird als wichtige Vertriebssäule geschätzt. Online werden unter anderem Möbel gut verkauft, die sich aufgrund ihrer Größe nicht als "Mitnahmeartikel in den Filialen" eignen.
Zweistellige Zuwachsraten
Beim klassischen Versandhandel wird das Internet immer wichtiger, beobachtet auch der Bundesverband des deutschen Versandhandels. Der Online-Handel habe in den vergangenen Jahren zweistellige Zuwachsraten gehabt, allein 2008 sei ein Umsatzplus von 23 Prozent erzielt worden. Am gesamten Einzelhandelumsatz hat E-Commerce aber immer noch nur einen Anteil von 3,5 Prozent. "Die Menschen kaufen immer mehr online, weil das
Internet immer selbstverständlicher wird", betont Sprecher Oliver Claas. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Onlineshopper erstmals auf über 30 Millionen an. Jeder fünfte Online-Käufer ist sogar älter als 60 Jahre. Reine Online-Bestellungen erreichten einen Wert von 13,4 Milliarden Euro, gut 18 Prozent davon entfielen auf Bekleidung, Textilien und Schuhe.
"Die Unternehmen müssen immer mehr auch online aktiv sein", betont Claas. Viele Kunden setzten ohnehin eine Internetpräsens mit Adresse und Öffnungszeiten voraus. Einzelhändler, die keinen Onlineshop anbieten, verzichten auf erhebliche Umsätze, geht aus einer Studie des E-Commerce-Center hervor. Bei jedem zehnten Kauf wird vorher die Webseite aufgesucht. "Händler sollten daher ihre Vertriebskanäle gezielt abstimmen, beispielsweise durch Online-Coupons, die im Ladengeschäft eingelöst werden können", empfiehlt Studienautor Sebastian van Baal.
Michael Posdziech
/ dpa