Nicht nur in den Führungsetagen von
T-Mobile und
Vodafone ist man überzeugt, mit
mobilen Datendiensten die Umsatzbringer der Zukunft anbieten zu können. Auch bei
o2 will man den eigenen Kunden verstärkt Internetdienste für unterwegs anbieten. Für das laufende Jahr erwartet der Netzbetreiber eine Verdreifachung seiner Kunden, die mit dem
Handy oder dem Notebook im Internet surfen.
Mobiler Datenboom
Es habe lange gedauert, bis auch Privatkunden die Vorzüge eins mobilen
Internetzugangs erkannt hätten, sagte o2-Marketing-Chef Lutz Schüler am Mittwoch in München. Inzwischen sei aber anhand der Neukundenzahlen klar zu erkennen, dass sich die Nutzung mobiler Datendienste ähnlich schnell entwickelt wie der Boom von mobilen Sprachverbindungen um das Jahr 2000. "Wir haben lange warten müssen – jetzt ist es soweit: das mobile Internet wird ein Massenmarkt", so Schüler. Ein besonderes Augenmerkt habe o2 dabei auf seine junge Zielgruppe geworfen.
In den zurückliegenden Monaten habe o2 viel Energie in die Netzaufrüstung gesteckt, um
HSDPA und
EDGE anbieten zu können. Teilweise komme es hierbei zu Störungen im Netzbetrieb, räumte Schüler ein. Dies liege daran, dass praktisch ein komplett neues Mobilfunknetz errichtet werde. Ursprünglich bot o2 seine Dienstleistungen nur im Frequenzbereich von 1800 Megahertz an. Inzwischen arbeitet aber bereits Zweidrittel der Netztechnik im 900er Frequenzbereich, den auch T-Mobile und Vodafone nutzen. Auch wenn die Umrüstung des Netzes größtenteils nachts erfolge, seien durch die Umrüstungen einzelne, kurzweilige Ausfälle nicht zu vermeiden, so Schüler.
HSDPA mit bis zu 7,2 Mbit/s
Bereits heute sind nach o2-Angaben 78 Prozent des o2-Netzes für HSDPA- beziehungsweise EDGE-Verbindungen ausgelegt. Bis Ende 2009 soll die Verfügbarkeit auf 99 Prozent in der Fläche steigen. Mobile Breitband-Verbindungen sind dann praktisch deutschlandweit im o2-Netz möglich. Und weil o2 den beiden D-Netz-Betreibern in nichts nachstehen möchte, wird es zukünftig auch möglich sein, mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Web zu
surfen. Bisher sind maximal 3,6 Mbit/s möglich. Vorgesehen sei das aber nur an
Hotspots wie Bahnhöfen, Flughäfen oder in Ballungszentren. Ende des Jahres soll darüber hinaus auch das eigene GSM-Netz flächendeckend zur Verfügung stehen.
Damit die zur Verfügung stehende Netztechnik auch von den Kunden genutzt werden kann, wird voraussichtlich ab März ein so genannter Surf-Stick-Speed zu haben sein. Der USB-Stick erlaubt dann nicht nur den schnellen Download auf Basis von HSDPA-Verbindungen, sondern auch schnelle Uploads über
HSUPA - mit bis zu 1,45 Megabit pro Sekunde. Ab April wird es darüber hinaus eine PCMCIA-Karte geben, die HSUPA unterstützt.