Dienstag, 03.02.2009 13:31

Datencheck auch bei Mitarbeitern der Telekom

aus dem Bereich Sonstiges
Auch die Deutsche Telekom hat wie die Deutsche Bahn Daten von Mitarbeitern mit denen ihrer Geschäftspartner abgeglichen. Bankverbindungen der Lieferanten seien "zu Testzwecken" mit den Lohn- und Gehaltskonten der Belegschaft verglichen worden.

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Abgleich zu "Testzwecken"

Dies teilte die Telekom der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag auf Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht von "stern.de". Die Überprüfung habe aber eben nur Testzwecken gedient und es habe sich herausgestellt, dass die Erhebung nicht aussagekräftig gewesen sei, sagte ein Telekom-Sprecher. Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter äußerte sich das Unternehmen nicht.

Anders als bei der Bahn seien die Personaldaten beim Abgleich anonymisiert worden, betonte die Telekom. Außerdem seien der Datenschutzbeauftragte des Konzerns sowie der Betriebsrat in die Aktion eingebunden gewesen. Telekom-Aufsichtsrat Lothar Schröder widersprach der Darstellung. "Der Betriebsrat war über die Dimension und die Personenbeziehbarkeit der Überprüfung offenbar im Unklaren", zitiert ihn die "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch). "Dem Betriebsrat war nicht klar, dass in solch einem Umfang Daten gezogen wurden."

Belegschaft unter Generalverdacht

Schröder sieht der Zeitung zufolge eine neuerliche Daten-Affäre auf die Telekom zukommen. "Das ist keine Lappalie und muss restlos aufgeklärt werden", sagte er. Die Betroffenen müssten restlos darüber informiert werden, was mit ihren Daten passiert sei. Die Absicht der Korruptionsbekämpfung rechtfertige nicht, große Teile der Belegschaft unter Generalverdacht zu stellen. "Es ist ein Unding, dass die Telekom ihre Mitarbeiter wie Gegner betrachtet."

Die Telekom nahm den Datenabgleich im Frühjahr 2006 vor. Die Wirtschaftsprüfer hätten dazu geraten, mehr gegen Betrug und Korruption im Unternehmen zu tun. Von der Maßnahme seien vor allem Mitarbeiter in der Bonner Konzernzentrale sowie bei der Festnetzsparte T-Com betroffen gewesen. Externe Dienstleister seien an der Maßnahme nicht beteiligt gewesen. Sämtliche Daten seien nach Abschluss der Aktion vernichtet worden.
Michael Posdziech / dpa
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