Es ist ein interessantes Geschäftsmodell. Ein Geschäftsmodell, das die Musikindustrie in hektische Betriebsamkeit versetzt hat: einmalig knapp 20 Euro bezahlen, über eine spezielle Suchmaschine nach Musiktiteln suchen, diese abspielen und auf Wunsch auf den eigenen Rechner laden. Möglich macht es das junge Berliner Unternehmen
Songbeat über den so genannten Songbeat Player. Doch wenn es nach dem Europachef von Warner Music, Bernd Dopp, geht, dann soll Songbeat bald der Stecker gezogen werden. Noch wird die Musikindustrie nämlich nicht an den Songbeat-Umsätzen beteiligt.
Songbeat vor dem Ende?
Laut eines Berichts der "WirtschaftsWoche" verhandelt das Landgericht Hamburg am 11. Februar über eine einstweilige Verfügung. Demnach wolle es Warner dem Sechs-Mann-Unternehmen Songbeat untersagen, Titel aus dem Warner-Angebot anzubieten. Für Songbeat-Anwalt Maximilian Conrad offenbar kein Grund zur Sorge. Er sagte dem Magazin, dass es sich beim Songbeat-Angebot um einen Broweser handele, "der vergleichbar einer Suchmaschine wie Google" nur Suchergebnisse aufliste.
Trotzdem könnte schon bald Bewegung in die Verhandlungen zwischen Songbeat und den großen Plattenfirmen kommen. Wie es heißt, sei Songbeat-Gründer Philip Eggersglüß bereit, die Musikindustrie an den Einnahmen zu beteiligen. Auch sei es denkbar, dass über Songbeat Eintrittskarten und Fanartikel verkauft werden. Auch spezielle Angebotspakete seien denkbar. Mit im Boot sitzt bei Songbeat übrigens auch eine Urheberrechtsexpertin, die früher für die Gema gearbeitet hat. Sie soll nun Gespräche mit den Plattenbossen organisieren.
Hayo Lücke