Sonntag, 01.02.2009 08:01

AVG-Studie: Weltweites Warten auf Ware

aus dem Bereich Sonstiges
Sie lauern tückisch im Netz und schlagen unbemerkt zu: Viren und Trojaner erobern heimlich die Computer. "Conficker" versetzt derzeit die PC-Gemeinde in Angst und Schrecken, und kürzlich hat ein Virus sogar Bulgariens Polizei lahmgelegt.

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Jeder Fünfte betroffen

Von der wachsenden Internet-Kriminalität sind nach Auskunft des Bundeskriminalamtes bereits hunderttausende Deutsche betroffen. AVG Technologies spricht von jedem fünften privaten Internet-Anwender. Das geht aus einer Studie mit 9000 Befragten hervor.

Umso erstaunlicher, dass nur etwa die Hälfte der Nutzer ihre Rechner vor den Netzattacken schützt. 42 Prozent haben sogar "offen Holland": Auf ihren Computern ist gar keine Sicherheits-Software installiert – obwohl sie sich durchaus bewusst sind, dass sie jederzeit Ziel einer Attacke werden können.

41 Prozent denken nicht um

Immerhin ist der "Deutsche Michel" mehrheitlich lernfähig: Wurden die Befragten einmal Opfer einer Online-Attacke, änderte fast die Hälfte ihr Verhalten und achtete mehr auf Sicherheit. Allerdings lassen sich 41 Prozent auch mit schlechten Erfahrungen nicht aus der Ruhe bringen und surfen weiter ungeschützt durchs Netz.

Ein Fünftel wartete vergebens

Aber nicht nur digitale Nervensägen wie Viren, Würmer und Co. sorgen für Unmut – ebenso kriminelle Mitmenschen und schlechter Service bei Shops und Versteigerungen. Mehr als ein Fünftel (20 Prozent) der befragten Internet-Anwender haben schon einmal schlechte Erfahrung mit Online-Shopping gemacht. Hauptproblem: Bestellte, vorausbezahlte oder ersteigerte Waren wurden nicht geliefert.

Trotzdem bringen die Deutschen weiterhin begeistert via Web ihr Geld unter die Leute: 89 Prozent der Befragten gaben an, im Internet einzukaufen. Zahlen, die der Hightechverband Bitkom bestätigt: Zum vergangenen Weihnachtsfest kaufte jeder siebte Deutsche ab 14 Jahren seine Geschenke im Web ein.

Anti-Virus im Lösch-Rausch

Der tschechischen Sicherheitsspezialist AVG hat im vergangenen Jahr seinen kostenloses Schutzprogramm Anti-Virus Free 8.0 erstmals auf Deutsch herausgegeben. Es ist auf rund 80 Millionen Rechnern installiert. Allerdings schüttete das Tool offenbar eine Zeit lang das Kind mit dem Bade aus: Es deklarierte eine wichtige Windows-Datei kurzerhand zum Schadcode.

Löschte der Nutzer die Datei, startete der Rechner nicht mehr. Dies galt jedoch nur für einige Sprachversionen von Windows XP. Der Fehler soll mittlerweile behoben sein.
Dorothee Monreal
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