Grundsätzlich müssen die Hersteller nach Meinung von Analysten alle Handy-Preisklassen bedienen. Wenig Probleme sieht Milanesi bislang bei den teuren Smartphones wie
Apples iPhone.
Keine einfache Lösung in Sicht
Die Geräte im mittleren bis höheren Preissegment dürften dagegen im nächsten Jahr am meisten unter Preisdruck stehen, was sich auch auf die Billiggeräte ausweiten dürfte, sagt die Analystin. Dort herrscht bereits ein erbitterter Preiskampf, der selbst Branchenprimus Nokia unter Druck setzt und den durchschnittlichen Verkaufspreis der Finnen binnen eines Jahres um knapp zehn Euro drückte. Gleichzeitig werde die Nachfrage nach sehr billigen Geräten vor allem in den Schwellenländern weiter steigen, prognostiziert Milanesi.
Eine einfache Lösung für die Probleme der Branche sehen die Experten nicht. Nach Ansicht von Milanesi sollten die Hersteller bei der Ausstattung noch genauer auf die Wünsche der Konsumenten eingehen und nur solche Anwendungen auf den Markt bringen, die auch nachgefragt werden. Außerdem könnte der Wert der Handys mit mehr Zubehör gesteigert werden. "Statt eines Preisnachlasses kann zum Beispiel eine bessere
Speicherkarte eingebaut werden, um die Qualität des Handys zu steigern." Außerdem müssen die Unternehmen die Lagerbestände im Auge behalten.
Kräftiges Sinken der Absatzzahlen erwartet
Denn hier türmen sich bereits die Probleme: Analysten warnen bereits vor hohen Lagerbeständen - nicht nur bei den Herstellern selbst, sondern auch bei den Vertriebspartnern. "Die Halbjahreszahlen 2009 könnten beunruhigend ausfallen", schreibt etwa WestLB-Analyst Langer über die Situation bei Nokia. Denn mit den hohen Lagerbeständen dürften die Absatzzahlen der Hersteller vor allem im ersten Quartal 2009 noch einmal kräftig sinken.
Michael Posdziech
/ dpa