"Susi" war anfangs nur eine Datei, gefunden auf dem Mobiltelefon eines Mannes aus Nordhessen. Hinter dem harmlosen Namen verbargen sich jedoch aber Fotos, die die Polizei auf den Plan riefen. Gegen den Besitzer des Mobiltelefons wird wegen des Besitzes und auch der Verbreitung von
Kinderpornografie ermittelt.
Bundesweite Razzia
Doch der 33-Jährige war erst der Anfang und führte Polizei und Staatsanwaltschaft zu 465 Verdächtigen in ganz Deutschland, deren Wohnungen in dieser Woche durchsucht wurden. Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei jetzt erstmals einen Pädophilenring gesprengt, der Kinderpornografie über Mobiltelefone verbreitete.
Dass der junge Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis der Kopf einer ganzen Bande ist, glaubt selbst Klaus Quanz nicht. Der Kriminaloberkommissar hat die "Operation Susi" geleitet, die mit den Hunderten Durchsuchungen in 16 Bundesländern am Dienstag und Mittwoch ihren Abschluss fand. "Wir wissen jetzt noch nicht, ob die Verdächtigen stern- oder netzförmig miteinander kommunizierten, ob es also einen führenden Kopf gab oder nicht", sagte der Einsatzleiter. Klar war nur, dass der 33-Jährige in seinem
Handy die Daten von 465 Männern und Frauen hatte, denen er Kinderpornos geschickt oder von ihnen erhalten hatte.
Sonderkommission überprüfte Mobilnummern
"Wir haben die Daten sehr akribisch ausgewertet und schnell erkannt, welchen Umfang die ganze Sache hat", sagt Achim Kaiser, der Chef der Kriminalpolizei in der Kreisstadt Homberg. Seit Sommer seien ständig vier Mitarbeiter an dem Fall gewesen, die zuerst die Mobilnummern geprüft und dann mit Daten der Meldeämter abgeglichen hätten. Der Verdacht erhärtete sich, dass die Verdächtigen per MMS, also Bildnachrichten auf Handys, Pornos mit Kindern hin- und herschickten.