Der weltgrößte Telekomausrüster
Ericsson kann der Wirtschaftsflaute noch trotzen, will aber trotz einer überraschend positiven Bilanz für 2008 seinen Sparkurs verschärfen.
Weitere 5.000 Jobs fallen weg
Unternehmenschef Carl-Henric Svanberg nannte das abgelaufene Jahr am Mittwoch in Stockholm "fantastisch für Ericsson". Trotzdem sollen bis Mitte 2010 zusätzliche 5.000 Stellen gestrichen und damit sowie weiteren Sparmaßnahmen zehn Milliarden Kronen (930 Millionen Euro) Kosten eingespart werden.
Für das Gesamtjahr 2008 verbuchte Ericsson unter Einschluss von Umstrukturierungskosten einen Nettogewinn von 11,3 Milliarden Kronen, ein Minus von 48 Prozent. Der Umsatz legte um elf Prozent auf 208,9 Milliarden Kronen zu. Die unerwartet positive Entwicklung galt als ausschlaggebend dafür, dass das schwedische Unternehmen die Veröffentlichung der Jahresbilanz kurzfristig um eine Woche vorzog.
Konzernumbau schmälert Gewinn
Svanberg verwies als Hintergrund auf die weit massiveren Einbrüche für Handyanbieter wie
Motorola und die mit Sony zusammen betriebene Tochter
Sony Ericsson: "Wir sind als Systemausrüster nicht so direkt an die Konsumenten gebunden wie Handyanbieter oder Autokonzerne." Allerdings gebe es für die Zukunft keine Garantien, so dass man sich rüsten müsse. Sony Ericsson hatte in der Vorwoche einen
Nettoverlust von 73 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr gemeldet.
Dank einer sonst für den Gesamtkonzern soliden Nachfrage und positiver Währungseffekte verbuchten die Schweden im vierten Quartal ein kräftiges Umsatzplus. Die Gewinne wurden jedoch durch Kosten für den laufenden Unternehmensumbau geschmälert. Der Umsatz im Schlussquartal stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 67,0 Milliarden schwedische Kronen (6,2 Milliarden Euro). Der Überschuss schrumpfte allerdings belastet vom anhaltenden Konzernumbau um 31 Prozent auf 3,9 Milliarden Kronen.