Die
Deutsche Telekom hat durch Äußerungen ihres Vorsitzenden
René Obermann eine Diskussion darüber angestoßen, ob eine zu strenge Regulierung der Vorleistungen bei der Teilnehmeranschlussleitung (
TAL) zwingend zu einem weiteren Verfall der Endkundenpreise und zu einer mangelnden Investitionsbereitschaft in neue Netze führen werde. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), der die Mitbewerber der Telekom vertritt, hat jetzt eine neue Studie veröffentlicht, die das Gegenteil belegen soll.
Telekom-Argumente widerlegt
Obermann hatte auf
weniger Regulierung gedrängt, damit sich Investitionen auch amortisieren können. Damit suggeriere der Telekom-Chef laut BREKO einen Zusammenhang zwischen Endkundenpreis und TAL-Gebühren. "Die Telekom streut der Politik damit Sand in die Augen, indem sie das wichtige Gemeinwohlziel Breitbandausbau in der Fläche für eigene Ziele instrumentalisiert", so Rainer Lüddemann, Geschäftsführer BREKO. Die Studie ließe aber keinen Zweifel aufkommen, dass die von den BREKO-Unternehmen vertretene Auffassung einer Absenkung der Entgelte für die sogenannte "
letzte Meile" keinen zwingenden Einfluss auf den Endkundenpreis hat.
Von Anfang 2006 bis Ende 2008 seien die Preise für
Breitbandanschlüsse mit
Doppel-Flatrates um mehr als 30 Prozent gesunken, bei zum Teil gesteigerter Angebotsqualität. Die Gebühr für die Aufschaltung auf den Anschluss des Kunden sei im gleichen Zeitraum aber nur um 1,3 Prozent zurückgenommen worden. Dies zeige eindeutig auf, dass der Verfall der Endkundenpreis nicht auf TAL-Preisabsenkungen zurückzuführen sei. Eine Gebührensenkung sei somit auch nicht dafür verantwortlich, das Unternehmen finanzielle Mittel entzogen würden, die zum
Aufbau leistungsfähiger Glasfasernetze benötigt werden. "Im Gegenteil wird eine TAL-Preisabsenkung die Unternehmen erst in die Lage versetzen, in neue Netze zu investieren.", betont Lüddemann.
Gebühr muss weiter sinken
Die Ergebnisse der Studie unterstützen den Verband in seiner zentralen Forderung das im März neu festzulegende Entgelt für den Zugang zur letzten Meile der Deutschen Telekom abzusenken. "Die Absenkung des TAL-Entgelts ist eine wichtige Voraussetzung, um Investitionen in die Netze der nächsten Generation zu ermöglichen", so der BREKO-Geschäftsführer.
Die Telekom hat in einem
Antrag an die Bundesnetzagentur nun allerdings eine Erhöhung des TAL-Entgelts zum 1. April von jetzt 10,50 Euro auf 12,90 Euro beantragt.