Bereits seit Oktober schlängelt sich ein zunächst als harmlos eingeschätzter Schädling durch das Netz. Der Wurm W32/Conflicker, auch Conficker, Downadup oder Kido genannt, nutzt die Schwachstelle MS08-067 in der Windows-Serversoftware. Betroffen sind Systeme mit
Windows 2000, XP,
Vista, Server 2003 und 2008. Microsoft hatte diese
Schwachstelle bereits außerplanmäßig gefixt. Wie es nun scheint, aber ohne durchschlagenden Erfolg. Etliche Netzwerke haben allerdings das notwendige Patch gar nicht auf ihren Rechnern installiert.
Firmennetzwerke betroffen
Nach Angaben von F-Secure, Hersteller von Antivirensoftware, hat sich die Ausbreitung des Wurms inzwischen erheblich beschleunigt. Inzwischen zählte F-Secure mit Stand vom 16. Januar über 8,9 Millionen befallene Computer weltweit. Vier Tage zuvor waren erst 2,4 Millionen PCs infiziert. Seitdem werden wohl etliche neu befallene Computer hinzugekommen sein. Auch über nur durch schwache Passwörter gesicherte Admin-Zugänge in Netzwerken findet der Wurm eine sehr schnelle Verbreitung, etliche Netzwerke von Firmen und Behörden sind bereits betroffen. USB-Sticks sind ebenfalls nicht vor dem äußerst aktiven Schädling sicher. Die Gefahr besteht, dass der Wurm über das
Internet weitere Schadsoftware nachlädt. Passwörter könnten von außen ausgespäht werden oder der Rechner zum Versenden von Spam missbraucht werden.
Vorsichtsmaßnahmen sollten beachtet werden
Andere Virenschutzhersteller zweifeln allerdings die hohe Zahl der angeblich befallenen Rechner an. Es könnten Rechner, gerade bei DSL-Nutzung, auch doppelt gezählt worden sein. Daher hatte F-Secure in seinem Blog die
Berechnung des Wurmbefalls noch einmal detailliert erläutert. Dennoch ist insbesondere Administratoren, gerade in Unternehmen, anzuraten, die Netzwerke mit dem Microsoft Patch per Windows Update zu aktualisieren und die Virenschutzsoftware auf dem neuesten Stand zu halten. Bei Nutzung von USB-Sticks sollte die Autorun- und Autoplay-Funktion deaktiviert werden. Die Domain-Passwörter für Nutzer müssen in Netzwerken ausreichend stark gewählt werden. Die meisten Hersteller von Virenschutzsoftware, so etwa auch F-Secure, halten inzwischen auch ein Tool zur Entfernung des Wurms (
Download) bereit.