Am Beginn der digitalen Revolution vor einem Jahrzehnt habe die Musikbranche zudem vieles falsch gemacht. "Die Industrie ist extrem wandlungs- und technikfeindlich. Das hat nicht gerade geholfen, als sich die digitalen Möglichkeiten eröffneten."
Kopierschutz gefallen
Allerdings habe er bei EMI als erstem großen Plattenlabel den Kopierschutz für Musik - das DRM -
abgeschafft. Mittlerweile haben
auch der Marktführer im Internetmusikhandel, der Apple iTunes Music Store,
ebenso wie der deutsche Konkurrent Musicload und andere
Robertson sieht die Musikbranche aber immer noch nicht als Bremser: "Es gibt sehr viel Innovation rund um digitale Musik, aber sie kommt von der dunklen Seite des
Internet, nicht von der Musikindustrie." Wer eine neue Idee oder Technologie entwickle, wie man Musik im Netz vermarkten kann, der müsse erst den "langen, schmerzhaften Weg" der Lizenzierung dieser Musik gehen und mit Labels, Verlagen und Managern verhandeln. Das dauere zu lang und behindere das Geschäft.
Noch immer viele illegale Downloads
Zwar sind im vergangenen Jahr die Umsätze mit Digitalmusik weltweit erneut stark gestiegen - um rund 25 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro), wie der internationale Verband der Plattenfirma IFPI am Freitag mitteilte. Doch stehen 1,4 Milliarden legal erworbenen Musikdateien rund 40 Milliarden illegale Dateien gegenüber, für die kein Musiker, keine Plattenfirma und kein Verleger auch nur einen Cent bekommen hat.