Die EU-Wettbewerbshüter lassen nicht locker: Sie drohen dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft erneut mit einem hohen Bußgeld. Der US-Gigant soll seinen
Browser Internet Explorer in unzulässiger Weise mit dem
PC-
Betriebssystem Windows verbunden haben. Wie die EU-Kommission am Freitagabend in Brüssel mitteilte, erhielt Microsoft bereits einen Beschwerdebrief mit den Vorwürfen.
Schwere Vorwürfe
Die Kommission vermutet, dass der Konzern aus Redmond im US-Bundesstaat Washington mit der Koppelung seine marktbeherrschende Stellung zum Schaden von Verbrauchern und Konkurrenten ausnutzt. Brüssel hatte Microsoft in anderen Fällen bereits mit hohen Strafen belegt, die sich bisher auf knapp 1,7 Milliarden Euro summieren. Der norwegische Konkurrent
Opera hatte sich wegen des Internet Explorers in Brüssel beschwert.
Microsoft bestätigte auf seiner Internetseite, die sogenannten Beschwerdepunkte aus Brüssel am Donnerstag erhalten zu haben. "Wir wollen unser Geschäft so führen, dass es europäisches Recht einhält", teilte der Konzern mit. Die Vorwürfe der Kommission sollten nun genau geprüft werden. Der
Internet Explorer sei seit 1996 bei Windows integriert. Der Browser ist die Schaltzentrale fürs Internet. Das Programm ermöglicht Nutzern, Inhalte im Netz anzusehen und durch das World Wide Web zu navigieren.
Wie reagiert Microsoft?
Microsoft hat nun acht Wochen Zeit, um auf die Vorwürfe zu reagieren. Das Unternehmen habe das Recht auf eine mündliche Anhörung in Brüssel, teilte die Behörde mit. Falls die Kommission ihre Vorwürfe beweisen kann, droht in dem neuen Missbrauchsverfahren ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Üblicherweise wird dieser Rahmen jedoch nicht ausgeschöpft. Im Geschäftsjahr 2007/2008 (30. Juni) hatte der Konzern einen Umsatz von 60,4 Milliarden Dollar erzielt.