Sonntag, 18.01.2009 13:58

WiPS: WLAN-Standortsuche als GPS-Konkurrenz

aus den Bereichen Breitband, Mobilfunk, Sonstiges
Sie sind überall anzutreffen: GPS-Systeme in Handys und Navigationsgeräten bestimmen mit Hilfe von Satelliten den eigenen Standort. Konkurrenz erhält GPS durch ein neues, erdgebundenes Softwaresystem namens WiFi-based Positioning Solution (WiPS) auf WLAN-Basis. WiPS wurde von dem deutschen Unternehmen Spotigo entwickelt.

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Bis auf fünf Meter genau

Spotigo hat nun bekanntgegeben, dass die Standortsuche mittels WiPS ab sofort in 25 Ländern, auch in Deutschland, nutzbar ist. Zum Einsatz kann es insbesondere in großen Städten kommen, wo etwa Hochhäuser das herkömmliche GPS-Signal beeinträchtigen. WiPS nutzt dazu die WLAN-Signale der in den Städten zahlreich anzutreffenden, dem System bekannten Hotspots. Der Standort des WiPS-Nutzers wird dann anhand der Position zum Hotspot berechnet. Bei einem dichten Hotspot-Netz kann WiPS den Standort laut Unternehmensangaben mit einer Genauigkeit von fünf Metern bestimmen.

Erste Geräte kommen dieses Jahr auf den Markt

spotigo-wips.jpg
Standortortbestimmung per WLAN
Bild: spotigo.com
Gegenüber GPS sei WiPS in städtischen Gebieten zudem schneller. Ein weiterer Vorteil sei, dass auch dreidimensional gemessen wird. Die Position in der Höhe, etwa die Etage oder die Meterzahl über dem Erdboden, kann durch die Spotigo-Software errechnet werden. Einige Städte wie Berlin, Amsterdam, London, Paris, Madrid, St. Petersburg, Singapur, Bangalore und New York wurden schon kartografiert und die Positionsdaten der Hotspots erfasst. "Wir haben für WiPS ein selbstlernendes System entwickelt, das laufend die Daten prüft und neue Hotspots hinzufügt. Da es sich bei WLAN-Netzen auch um ein dynamisches, sich laufend veränderndes Umfeld handelt, ist dies auch nötig, um das System zu verbessern", erläutert Daniel Prümers, Geschäftsführer von Spotigo gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext (pte). Die Positionierung selbst erfolge anonym ohne Zuordnung von Personendaten zur aktuellen Position.

Im letzten Jahr sei bereits ein Deal mit einem weltweit aktiven Handyhersteller ausgehandelt worden. In diesem Jahr sollen erste Geräte mit dem WiPS-System auf den Markt kommen. Endkunden selbst soll die Spotigo-Software aber nicht direkt zur Verfügung gestellt werden. Diese könnten lediglich auf eine Demo-Version zugreifen.
Jörg Schamberg
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