Frühere Manager des insolventen Handyherstellers
BenQ Mobile sollen nach dem Willen des Insolvenzverwalters für den Zusammenbruch des Unternehmens finanziell geradestehen. Der Insolvenzverwalter Martin Prager habe gegen mehrere Ex-Manager Schadenersatzklagen in Millionenhöhe vor dem Landgericht München eingereicht, sagte eine Sprecherin Pragers am Mittwoch in München und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch).
28 Millionen Euro verlangt
Von den betroffenen drei taiwanesischen Managern verlange Prager jeweils 28 Millionen Euro, sagte die Sprecherin. In dem Bericht hieß es, zwei der Betroffenen seien die Klagen bei einem Deutschlandaufenthalt im vergangenen Jahr zugestellt worden. Die Klage gegen den dritten Ex-Manager müsse den zeitaufwändigen Dienstweg über Gerichte und die Justizministerien in Deutschland und Taiwan gehen, hieß es.
Die ehemalige Siemens-Handysparte BenQ Mobile mit ehemals mehr als 3.000 Beschäftigten hatte Ende September 2006
Insolvenz angemeldet, nachdem ihr der taiwanesische Mutterkonzern BenQ Corp. (heute: Qisda) den Geldhahn zugedreht hatte. In dem Zeitungsbericht hieß es, Prager gehe davon aus, dass dem letzten deutschen Handy-Hersteller das Geld schon fast fünf Monate vor der offiziellen Pleite ausgegangen sei, schreibt die Zeitung. Dennoch seien weiter Mittel aus dem Unternehmen abgeflossen.
Nach Angaben der Sprecherin hat Prager zudem eine Anfechtungsklage gegen das taiwanesische Unternehmen mit einem Volumen von bisher 68 Millionen Euro auf nunmehr 321 Millionen Euro aufgestockt. Bei dieser Erweiterung der Klage geht es um Zahlungen, die vor der Pleite der deutschen Tochter an andere Gesellschaften innerhalb des Konzerns geflossen seien, sagte die Sprecherin.
Saskia Brintrup
/ dpa