Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) will Verbrauchern die Einsicht in personenbezogene Daten von Auskunfteien erleichtern. Besonders bei kleineren Auskunfteien wisse der Verbraucher oft nicht, was mit seinen Daten passiere, teilte der Schufa-Vorsitzende Rainer Neumann am Mittwoch in Berlin mit. "Unser Ziel ist deshalb ein Gesetz, das die Zulassung von Auskunfteien regelt und dass sich der Verbraucher einen Überblick verschaffen kann", sagte Neumann. Bei den von der Bundesregierung geplanten Neuregelungen des Datenschutzgesetzes sieht die Schufa Verbesserungsbedarf.
Portal für Verbraucher
Mit einem
Online-Service der Schufa können Bürger seit 2005 in Daten einsehen, die zu ihrer Person gespeichert sind. Über dasselbe Portal haben Verbraucher vom 15. Januar an außerdem die Möglichkeit, personenbezogene Daten fünf anderer Auskunfteien zu bestellen, die unter anderem für die
Deutsche Telekom, Bertelsmann und den Allianz-Konzern arbeiten. Auf diesem Weg können sie gegebenenfalls auch fehlerhafte Daten korrigieren lassen. Nur mit solchen Angeboten könne die Regierungsforderung nach mehr Transparenz im Umgang mit Verbraucherdaten in der Praxis effektiv erfüllt werden, erläuterte Neumann.
"Scoring" soll transparenter werden
Die Schufa verwaltet die Daten von mehr als 60 Millionen Bundesbürgern. Das Unternehmen bietet seinen Kunden wie Banken, Sparkassen und Händlern kreditrelevante Informationen, um ihnen die Entscheidung bei einer Kreditvergabe zu erleichtern. Das Bundesinnenministerium will vor allem das sogenannte
Scoring - ein mathematisch-statistisches Verfahren, um das Zahlungsverhalten einer Person einzuschätzen - per Gesetz transparenter machen. Über einen entsprechenden Entwurf wird der Bundestag voraussichtlich in den kommenden Wochen abschließend beraten.