Dienstag, 13.01.2009 23:01

"WSJ": Neue Chefin für Yahoo!

aus dem Bereich Sonstiges
Die Chef-Suche beim amerikanischen Internet-Konzern Yahoo! ist laut einem Zeitungsbericht beendet. Den Spitzenjob solle die 60-jährige Carol Bartz übernehmen, ehemalige Chefin des Industriesoftware-Entwicklers Autodesk, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf informierte Personen. Der Yahoo!-Mitgründer Jerry Yang hatte vor rund zwei Monaten seinen Rücktritt als Konzernchef angekündigt.

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Erfahrene Managerin

Bartz kommt nicht aus der Internet-Branche, gilt aber als erfahrene Managerin der Computer- und Softwareindustrie. Sie hatte Autodesk von 1992 bis 2006 geleitet. Das Unternehmen ist auf Design-Software zum Beispiel für Architektur, Bau oder die Autobranche spezialisiert.

Mehrere wichtige Aktionäre waren mit Yangs striktem Unabhängigkeitskurs unzufrieden, auf dem er ein Übernahmeangebot des Windows-Riesen Microsoft ausschlug. Microsoft hatte im vergangen Jahr weit über 30 Dollar je Yahoo-Aktie geboten und damit insgesamt mehr als 45 Milliarden Dollar. Derzeit notiert das Papier bei gerade einmal knapp 12 Dollar. Die Zukunft des Unternehmens gilt bei Experten als ungewiss. Yang bleibt bei Yahoo! an Bord und nimmt wieder seine frühere Rolle als eine Art Chef-Berater ein. Dagegen verlässt die auch als mögliche neue Chefin gehandelte Präsidentin Sue Decker den Konzern.

Microsoft ist nach jüngsten Aussagen grundsätzlich noch immer an einem Geschäft mit Yahoo! interessiert, strebt dabei allerdings nur noch einen Teilkauf des Suchmaschinengeschäfts an. Der Software-Riese will das Suchmaschinengeschäft mit der eigenen Online-Suche zusammenlegen und so zum Marktführer Google aufholen. Auch das lehnte Yahoo! bisher ab.

Starker Kursverlust

Der streitbare Yahoo!-Großaktionär Carl Icahn sowie andere Anteilseigner hatten allerdings immer wieder auf ein Geschäft mit Microsoft gedrängt. Der Software-Konzern hatte einst weit über 30 Dollar je Yahoo-Aktie geboten, derzeit notiert sie bei gerade einmal knapp zwölf Dollar. Auch über eine Kooperation mit der kriselnden Internet-Sparte AOL aus dem US-Medienkonzern Time Warner war immer wieder spekuliert worden.
Hayo Lücke / dpa
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