Wie soll in Deutschland mit Personen umgegangen werden. die bewusst urheberrechtlich geschützte Dateien aus dem
Internet downloaden. Schon länger wird darüber nachgedacht, dass
Internet-Anbieter stärker in die Verantwortung genommen werden sollen. Die Musikindustrie fordert: Anschluss-Sperre für Raubkopierer.
Wie weit gehen die Provider?
Die Idee:
DSL-Anbieter sollen nach
britischem und
französischen Vorbild Mahnbriefe an ihre Kunden schicken, sofern diese Raubkopien aus dem Web downloaden. Sollte dieser Schuss vor den Bug nicht helfen und weiter das Urheberrecht missbraucht werden, seien eine Abschaltung des
Internet-Anschlusses und die Einleitung eines Strafverfahrens denkbar. Über dieses Modell werde zwischen Musikindustrie und Providern bereits verhandelt, heißt es weiter.
Ob das der richtige Weg ist, darüber möchte Justizministerin Brigitte Zypries nach Informationen des "Handelsblatt" mit Vertretern der sechs größten
Provider auf einem IT-Gipfel beratschlagen. Motto der Veranstaltung: "Verhinderung und Bekämpfung der Piraterie im digitalen Umfeld". Eingeladen sind nach Angaben der Zeitung neben Vertretern der Musikindustrie auch Mitarbeiter der
Deutschen Telekom, von
1&1,
AOL,
Arcor,
freenet und
Kabel Deutschland.
Millionen illegale Downloads
Jährlich entsteht durch illegale Downloads nach Angaben der Musikindustrie allein in Deutschland ein Schaden von mehr als 500 Millionen Euro. Im Jahr 2007 wurden rund 312 Millionen Songs illegal aus dem Internet heruntergeladen. Das angedachte Warnsystem soll vor allem abschreckende Wirkung haben. Auch, weil sich zuletzt immer mehr Staatsanwaltschaften aufgrund der Klagewelle
geweigert hatten, gegen kleine Fische unter den Raubkopierern vorzugehen.