Für viele junge Nutzer
kaum vorstellbar: Ein Viertel der Deutschen lebt noch offline. Wie der Branchenverband Bitkom mitteilt, hatten im vergangenen Jahr 75 Prozent der Haushalte Zugang zum Cyber-Space. Damit liegt die Bundesrepublik europaweit auf Platz 5 hinter den Niederlanden (86 Prozent), Schweden (84), Dänemark (82) und Luxemburg (80). Diese Länder belegen die Plätze 7, 9 und 21.
Aufwärtstrend ungebrochen
Der Rückblick auf die Vorjahre zeigt jedoch einen deutlichen Aufwärtstrend. Im Jahr 2002 verfügte hierzulande erst knapp jeder zweite Hauhalt (46 Prozent) über eine Internetanbindung - 2007 waren es bereits 70 Prozent. Und das schlägt sich auch in harter Münze nieder: Die Bereitstellung von Internetzugängen sorgte im vergangenen Jahr für Umsätze in Höhe von
rund 8,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Großbritannien und Frankreich rangieren mit je 4,6 Milliarden Euro gerade einmal bei der Hälfte.
Zu dem "Boom" trägt auch der Sinkflug der Preise bei: Der durchschnittliche Preis für einen
DSL-Zugang mit Telefonie-Flatrate liegt in Deutschland derzeit bei rund 30 Euro.
Meilenstein wie die Eisenbahn
Die Deutschen als Web-Junkies? Während viele ältere Menschen dem "Hexenwerk" immer noch
misstrauen, liegt der Computer in der
Gunst der Jugendlichen bereits höher als der Fernseher. Und viele Bundesbürger würden eher auf das Auto verzichten
als auf das Internet.
So bezeichnet Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer die Datenautobahn als "bedeutendstes Infrastrukturprojekt des 21. Jahrhunderts", vergleichbar mit Meilensteinen der Geschichte wie die Erfindung der Eisenbahn. Scheer erwartet vom Ausbau der Breitbandversorgung wichtige Impulse in schwierigen
wirtschaftlichen Zeiten. Und stößt damit ins Horn der Wirtschafts- und Forschungsweisen, die dem Internet ebenfalls eine
glorreiche Zukunft voraussagen. Vorausgesetzt, dass Probleme wie wachsender Breitbandbedarf,
Domaine-Engpässe und Fragen der Datensicherheit gelöst werden.