Wie der Softwarekonzern Microsoft vermeldet, hat ein Volksgericht im chinesischen Shenzhen elf Softwarefälscher zu Strafen von bis zu 6,5 Jahren Haft verurteilt. Die Redmonder zeigen sich angesichts des Urteils erfreut.
Harte Strafen
"Das Urteil des chinesischen Gerichts zeigt, dass man auch in China hart gegen Softwarefälscher durchgreift. Software-Piraterie ist ein ernstzunehmendes Verbrechen und ein globales Problem, das große volkswirtschaftliche Schäden verursacht", kommentiert Severin Löffler, Director Legal & Corporate Affairs sowie Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland. Die Haftstrafen seien die höchsten, die China bislang für derartige Verbrechen verhängt habe.
Weltweiter Vertrieb von Fälschungen
Die Verurteilten waren laut Microsoft die Anführer des weltweit größten Fälscher-Rings, der mit Raubkopien im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) gehandelt hatte. Die Kopien – darunter 19 Microsoft-Produkte – wurden weltweit in 36 Ländern verkauft, auch hierzulande. Ermittelt hatten das FBI und das China Public Security Bureau (PSB), auch Microsoft und viele der Kunden und Partner hätten die Untersuchung unterstützt. Die Redmonder erwähnen an dieser Stelle Windows Genuine Advantage (WGA), ein Programm, das die Echtheit der Software überprüft. Zehntausende Kunden hätten mit der WGA-Prüfung das von ihnen genutzte Windows XP-
Betriebssystem als Fälschung entlarvt.
Der Softwareriese nutzt die Gelegenheit außerdem, um
noch einmal auf die möglichen Gefährdungen durch Programm-Fakes hinzuweisen. So würden die Fälschungen häufig Schadcode enthalten oder nicht richtig funktionieren. Um den Verantwortlichen Paroli zu bieten, hatte Microsoft im vergangenen Jahr den 21. Oktober zum
Anti-Piraterie-Tag erklärt.