Der Test in Grabowhöfe ist zunächst für ein Jahr ausgelegt. Während dieser Zeit bekommen alle teilnehmenden Nutzer kostenlos entsprechende Endgeräte und SIM-Karten überlassen. Ericsson stellt die Netzwerktechnik für die Sendestation, die bereits im Ausland bei über hundert mobilen Breitbandnetzen im Einsatz ist.
Alltägliche Technik im Einsatz
Was ist also das Besondere an all dem? Eigentlich nichts. Tatsächlich wäre die Technologie in der Lage, binnen kürzester Zeit hierzulande die Schere zwischen Breit- und Schmalbandnutzer zu schließen. "Dieses Projekt ist also kein Labortest, sondern baut auf kommerziell verfügbarer Technik auf und könnte sofort in Deutschland in der Praxis zum Einsatz kommen, wenn die notwendigen Frequenzen hierzu für die Mobilfunknetzbetreiber verfügbar gemacht werden", sagt Carsten Ahrens, Geschäftsführer von Ericsson in Deutschland. Im Fall Grabowhöfe wurden die vorgesehenen Frequenzen durch die Bundesnetzagentur freigegeben. Woanders sieht die Lage allerdings anders aus, da sich Provider und Rundfunkanbieter noch immer über die
Vergabe streiten.
Schnelle Einigung gefordert
Der Frequenzstreit bremst den Ausbau. Bild: photocase
Der Ausbau in Grabowhöfe soll also nicht nur die technische Realisierbarkeit verdeutlichen, sondern in erster Linie die Gespräche über die "
Digitale Dividende", also die Rundfunkfrequenzen des UHF-Bandes, wieder anstoßen. So könnten die intensiv geführten Diskussionen zwischen Mobilfunkern und Rundfunkanstalten einen neuen,
fundierten Impuls bekommen, hofft Dirks. Letztlich profitierten immerhin auch die Programmveranstalter von einer gemeinsamen Verwendung der Frequenzen unter Einbeziehung der Mobilfunker: "So können beispielsweise die immer wichtiger werdenden Internetangebote der Sender endlich auch in strukturschwachen Regionen angeboten werden."
André Vatter