Im Oktober des vergangenen Jahres hatte
E-Plus-Chef Thorsten Dirks vollmundig eine Art
Entwicklungshilfe für Regionen mit einer
DSL-Unterversorgung angekündigt. Jetzt ist es endlich soweit und der Mobilfunker rückt den weißen Flecken auf der Breitbandlandkarte mit neuer Frequenztechnik auf den Leib – in einem ersten, überschaubaren Praxistest zumindest. Dabei könnte der Ausbau im großen Maßstab eigentlich jeden Tag beginnen.
Frequenzen statt Kabel
Die Gemeinde Grabowhöfe liegt in Mecklenburg-Vorpommern, wenige Kilometer nordwestlich von Waren. Gemeinsam mit Ericsson hat E-Plus hier Lager aufgeschlagen, um rund 50 Haushalte und Betriebe den Geschmack vom schnellen Netz zu vermitteln. Eine Schlüsselrolle kommt dabei
Frequenzen zu, die im Zuge der Digitalisierung des Rundfunks frei geworden sind und künftig noch frei werden.
Höhere Reichweite und Stabilität
Der niedrige Frequenzbereich zwischen 790 und 862 Megahertz (MHz) bietet die ideale Basis für den Aufbau eines Breitbandnetzes, da Stabilität und Reichweite beispielsweise im Vergleich zu
UMTS deutlich übertroffen werden. E-Plus hofft, durch diesen Vorteil auch die Anzahl von Sendemasten in ländlichen Gebieten erheblich vermindern zu können, was sich wiederum positiv auf die Kosten-Nutzen-Rechnung auswirkt. In Sachen Geschwindigkeit wird es dabei keine Einbußen geben: Bei der Nutzung der Frequenzen kommt die
HSDPA-Mobilfunktechnologie zum Einsatz, die derzeit Download-Raten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erlaubt.