Die britische Komiker-Truppe Monty Python fand
YouTube gar nicht lustig. Das Comedy-Team musste jahrelang mit anschauen, wie ihre Sketche unerlaubt auf die führende Online-Videoplattform hochgeladen wurden. Und diese Filmausschnitte wurden millionenfach heruntergeladen und angeschaut, ohne dass die Schauspieler nur einen einzigen Cent dafür zu Gesicht bekommen hätten.
Kommerzielle YouTube-Channel
Doch anstatt den YouTube-Eigner Google oder die Anwender zu verklagen, entschieden sich die Komiker nun, die Vermarktung ihrer Inhalte auf der Plattform in die eigenen Hände zu nehmen und einen werbefinanzierten
YouTube-Channel zu eröffnen. Als Gegenleistung von den YouTube-Usern erwarten die Komiker nun "keine blödsinnigen, hirnlosen Kommentare". "Klickt stattdessen auf die Links, kauft unsere Filme und TV-Shows und mildert unseren Schmerz und unser Abscheu, nachdem wir von Euch jahrelang abgezockt wurden", heißt es in dem Appell von Monty Python an die YouTube- Anwender.
Mit Partner-Channels will YouTube Geld verdienen
Solche Partner-Channels sollen sich nicht nur für Monty Python rechnen. Auch die ARD denkt darüber nach einen eigenen Jugendkanal über YouTube zu realisieren. "Meine Vorstellung ist es, dass wir als ARD einen eigenen Kanal bei You Tube bekommen, der aber im werbe- und gewaltfreien Umfeld läuft", erläuterte der neue ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten".
Vier Jahre nach der Gründung sieht YouTube nun erstmals einen Ansatz, mit der enormen Reichweite endlich
Geld zu verdienen. Laut Nielsen NetRatings betreibt YouTube die sechstgrößte Internet-Präsenz der Welt. Jede Minute wird statistisch gesehen Videomaterial in einer Länge von 13 Stunden neu auf YouTube hochgeladen. "Das wäre so, als würde Hollywood jede Woche 57.000 abendfüllende Filme auf den Markt bringen", sagt Matt Wiseman, YouTube-Produktmanager im europäischen Google-Entwicklungszentrum in Zürich.
Viele Videos sind urheberrechtlich geschützt
Ein beachtlicher Teil der Inhalte gehört aber nicht den Usern, sondern besteht aus Mitschnitten von urheberrechtlich geschütztem Material. Vor diesem Hintergrund hatte Google nach der
Übernahme des Start-up-Unternehmens im Oktober 2006 zunächst 250 Millionen Dollar zurückgestellt, um Schadenersatzforderungen aus Urheberrechts- Prozessen von TV-Sendern und anderen Rechteinhabern bedienen zu können. Der US-Medienriese
Viacom, zu dem unter anderem der Musiksender MTV gehört, verklagte YouTube und Google gar auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz.