Eher gesittet geht in diesen Tagen auch im
Mobilfunk-Sektor ein durchaus turbulentes Jahr zuende. Gekennzeichnet durch die
spektakuläre Übernahme von debitel durch die kleinere freenet sind zwar die Minutenpreise im
Discounter-Bereich nur noch mäßig auf ein momentanes Tief von acht Cent gesunken, dafür sind aber einige neue Anbieter im Billigsegment aktiv geworden. Immer mehr wird aber ein Trend deutlich: Wenigtelefonierer steigen auf Prepaid-Tarife um, Vielnutzer setzen auf
Mobilfunk-Flatrates.
Trend zur Flatrate
Das hat zuletzt auch der zweitgrößte deutsche Netzbetreiber
Vodafone D2 erkannt. Seit Ende Oktober bietet die Deutschland-Tochter des britischen Unternehmens seinen Vertragskunden
nur noch Flatrate-Tarife an.
Minutenpakete oder grundgebührpflichtige Tarife ohne Zusatzleistungen sind für Neukunden seitdem nicht mehr erhältlich. Und Wenigtelefonierer? Sie haben die Möglichkeit,
für einen Cent pro Minute netzintern zu telefonieren - wenn sie ihr Guthaben um mindestens 15 Euro aufladen. Im Gegensatz dazu setzt
T-Mobile seit Mai nicht nur auf Flatrates, sondern auch auf
überarbeitete MyFaves-Tarife. Die sind allerdings in Deutschland längst nicht so erfolgreich wie in den USA.
Eine richtungsweisende Entscheidung hat auch die Bundesnetzagentur gefällt. Im März wurden die
Terminierungsentgelte auf einen neuen Tiefpreis von maximal 8,8 Cent gesenkt. Das hatte unter anderem auch zur Folge, dass die Preise für
All-Net-Flatrates weiter sinken konnten. Wurden bei der Einführung häufig zwischen 80 und 100 Euro fällig, sind inzwischen unbegrenzt viele Telefonate mit dem Handy in alle deutschen Netze
ab 54,95 Euro zu haben.
Innovationen von Base und o2
Interessant auch die Tarifinnovationen von
Base: Die Gold-Variante der Base-Flatrates schließt auch Datenkommunikation und Telefonate (bis zu 1.000 Minuten) in das europäische Ausland mit ein. Dieser Luxus hat allerdings auch seinen Preis und kostet monatlich
150 Euro. Seit Februar sind die Tarife
Base 1 und
Base 2 darüber hinaus ohne Aufpreis mit monatlich
60 Freiminuten für Telefonate in Fremdnetze zu haben.
Immer wieder als Preistreiber ist zuletzt aber auch
o2 in Erscheinung getreten. Seit November wird unter anderem eine neue Genion-Flatrate mit nur sechs Monaten Mindestvertragslaufzeit angeboten. Sie kostet monatlich nur
15 Euro und deckt alle Gespräche in das deutsche Festnetz und zu anderen o2-Kunden ab.