Der Ausbau des deutschen Breitbandnetzes wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Nach aktuellen Äußerungen der Chefetage könnte die
Deutsche Telekom - unter idealen Bedingungen - bis zum Jahr 2011 rund 99 Prozent aller Haushalte mit mindestens zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream
ausgestattet haben. Doch bis es soweit ist, bewerben die Bonner erst einmal ein Überbrückungsprodukt: Internet per Satellit.
Alternativer Netzzugang
Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP konnte die Telekom seit dem Herbst rund 6.000 Neukunden von
DSL via Satellit überzeugen. Gerade im ländlichen Raum sei die Übertragungstechnologie ein Weg, die Versorgungslücke zu schließen. "Das ist eine schöne Entwicklung, da wir dieses Angebot verbessert haben, um eine flächendeckende Mindestversorgung beim Internetzugang zu bieten", sagte Telekom-Festnetz-Vorstand
Timotheus Höttges im Agenturinterview.
Teil der Gesamtstrategie
Führte bislang das Satellitenprodukt ein Schattendasein im Telekom-Produktportfolio, so soll es künftig eine größere Rolle in der Gesamtstrategie spielen: Das Internet aus dem All sei eine schnelle Lösung, wenn es darum ginge, mit
DSL unterversorgten Gebieten Zugang zum Breitbandnetz zu verschaffen. "In der Übergangszeit, bis DSL ausgebaut wird, haben die Kunden damit die Möglichkeit, schnell ins Internet zu gehen", so Höttges. Insgeheim rechne die Telekom damit, dass rund 20.000 Nutzer im kommenden Jahr das Satellitenprodukt in Anspruch nehmen werden.
T-Home "DSL via Satellit" ist derzeit für 39,95 Euro im Monat zu haben. Hinzu kommen die Kosten für die Hardware, die derzeit bei rund 100 Euro liegen. Im Gegenzug erhält der Kunde eine Internet-Flatrate mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.024 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) im Down- und 128 Kbit/s im Upstream. Die Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre.