Um den Breitbandausbau in Deutschland weiter voranzutreiben, haben sich zwei Kontrahenten verbrüdert: Die
Deutsche Telekom auf der einen Seite und
Vodafone auf der anderen wollen gemeinsam das
VDSL-Netz erweitern.
Würzburg und Heilbronn
Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) aus Unternehmenskreisen erfahren haben will, soll die Kooperation bereits 2009 Wirkung zeigen: Erste Nutznießer der Partnerschaft sind die Städte Würzburg und Heilbronn. Bis zum Spätsommer des kommenden Jahres sollen dort jeweils 50.000 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen sein.
Wie die Zeitung weiter berichtet, haben sich Telekom und Vodafone darauf geeinigt, sich später gegenseitig den Zugriff auf das jeweilige Netz zu gestatten. Mittlerweile hat Vodafone dieses Vorgehen bestätigt: "Gerade in diesen schwierigen Zeiten sind Investitionen in Infrastruktur besonders wichtig, denn sie sind die Voraussetzung für das Wachstum der Zukunft. Wir wollen echten Infrastrukturwettbewerb bei der nächsten Generation der schnellen Internetanbindung. Deswegen werden wir in einem Pilotprojekt Heilbronn in den nächsten Monaten mit dem Ausbau von VDSL beginnen und unsere Infrastruktur für die Telekom öffnen", ließ Vodafone-Chef Friedrich Joussen am Dienstag verlauten.
Das Geschäft der Großen
Doch auch, wenn neue Arrangement einen Durchbruch in Finanzierungsfragen des
Breitbandausbaus darstellt, so bleibt ein bitterer Beigeschmack: Laut FTD soll in beiden Pilotprojekten zunächst einzig die technische Seite getestet werden - Abrechnungsmodelle für die Vermietung der Leitung an Dritte würden hingegen nicht geprüft. Sofern es sich dabei um eine Vorgabe für den Regelbetrieb handelt, könnte künftig für kleinere Wettbewerbe der komplette Zugang zum VDSL-Netz versperrt bleiben.
Bislang hatte die Telekom einen weiteren Ausbau ihres VDSL-Netzes aufgrund finanzieller Risiken abgelehnt und von einer
Lockerung der Regulierung abhängig gemacht. Heute können 31 Städte Deutschlands mit breitbandigen Diensten über Glasfaser versorgt werden.