Wenn es nach den Forderungen des "
Kölner Aufrufs" ginge, wären Computerspiele wie Crysis oder GTA IV komplett verboten – auch für Erwachsene. Die Unterzeichner verlangen außerdem, dass die Spiele nicht als Kulturgut anerkannt werden sollen.
Gegen die Games-Industrie
"5-, 15- und 25-Jährige sitzen heute Stunden, Tage und Nächte vor Computern und Spielekonsolen. In 'Spielen' wie Counter-Strike, Doom 3, Call of Duty, Halo 3, Crysis, Grand Theft Auto IV u.a. üben sie systematisches und exzessives Töten mit Waffen vom Maschinengewehr
bis zur Kettensäge. Sie demütigen, foltern, verstümmeln, zerstückeln, erschießen und zersägen Menschen an ihren Bildschirmen", heißt es in der Schrift.
Zu den Erstunterzeichnern zählen der Psychologe Manfred Spitzer, der Hirnforscher Gerald Hüther und der Kriminologe Christian Pfeiffer, die als Computerspielgegner bekannt sind. Gefordert wird ein generelles Verbot von "kriegsverherrlichenden" und "gewaltfördernden" Computerspielen, die die Verfasser als "Killerspiele" bezeichnen. Diese würden "den professionellen Trainingsprogrammen der US-Armee entstammen" und Kindern und Jugendlichen, genau wie den Soldaten, "Spezialkenntnisse über Waffen und militärische Taktik" vermitteln. Neben der Armee sehen die Spielegegner noch die Hersteller als Verantwortliche an, Eltern und Lehrer werden hingegen komplett ausgeklammert. Darüber hinaus wird angestrebt, dass die Spieleindustrie keine staatliche Förderung und politische Unterstützung mehr erhalten dürfe und Wissenschaftler ihre Finanzierung durch die Games-Industrie offenlegen sollten.
Anerkennung als Kulturgut soll verhindert werden
Sollten Computerspiele als Kulturgut anerkannt werden? Die US-amerikanische Library of Congress, eine der größten Bibliotheken der Welt, hat diese Frage schon im vergangenen Jahr mit einem "Ja" beantwortet und die zehn bedeutendsten Videospiele aller Zeiten mit ins Programm
aufgenommen. Auch die EU
plant, Computerspiele als Teil der Kultur anzuerkennen und der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats ist der Meinung, dass Computerspiele-Entwickler
Künstler sind. Dies sehen die Unterzeichner anders und fordern, dass "alle Parteien ihre Beschlussanträge, die Computerspiele zum 'Kulturgut' erklären wollen, zurückziehen".
Untermauert werden diese Forderungen durch nicht näher benannte Studien, die nachgewiesen haben sollen, dass Mediengewalt und Spiele mit Gewaltinhalten "verheerende Wirkungen" insbesondere auf Kinder und Jugendliche haben und "brutale" Spiele zu schlechteren Leistungen in der Schule führen.